Dann kam tatsächlich der letzte Montag des Jahres! Und was für einer! Morgens haben wir erstmal halbwegs ausgeschlafen. Dann haben wir ein paar Handtücher aus dem Hostel geklaut und ab ging es an den Strand. Miami Beach. Türkises Wasser. Surferboys. Liveguards. Aufgepumpte Männer in engen Badehosen. So wie man sich das eben vorstellt. Leider war es etwas windig, sodass man die Hitze nicht so recht merkte, wir uns aber alle wunderbar die Gesichter verbrannt haben. Und bei dem Versuch ein „ich mache alle neidisch weil ich am Strand bin“ Foto zu machen, hat mich eine Welle natürlich so richtig gut erwischt. Hose nass. Aber Miriam hat genau im richtigen Moment abgedrückt und so ist es doch ein lustiges Foto geworden.
Gegen 3 sind wir zum Ocean Drive gelaufen und haben dort die Restaurants abgeklappert um noch eine Reservierung für den Abend zu bekommen. Das hat zum Glück auch bei einem Italiener mit bezahlbarem Essen geklappt. Dann ging es schnell zurück ins Hostel, denn auch wenn wir abends am Strand feiern wollten, so wollten wir uns doch trotzdem ordentlich rausputzen. Also haben wir das Experiment gewagt: 6 erwachsene Menschen versuchen sich in einem ca. 10 Quadratmeter großen Zimmer fertig zu machen. Abenteuerlich war’s, aber es hat geklappt.
Um 8 haben wir unsere Reservierung im Restaurant wahrgenommen. Zum Glück sind wir kritische Kunden: Wir wollten uns jeder einen Cocktail bestellen und haben keine Preise auf der Getränkekarte gefunden. Also haben wir den Kellner gefragt und er hat dann zähneknirschend rausgerückt: EIN Cocktail sollte $50 kosten!!! (Wir haben 3x nachgefragt, ob er fünfzehn oder fünfzig gesagt hat, weil wir es einfach nicht glauben konnten) Also kein Cocktail, aber dafür leckeres Essen. (bei dem die Preise dabei standen)
Nach dem Essen sind wir ein wenig den Ocean Drive hoch und runter gelaufen und haben in einem Liquorstore ein wenig Hochprozentiges gekauft um uns in Jahreswechselstimmung zu bringen. So haben wir uns dann auf eine Wiese direkt an einem Hotel am Ocean Drive gesetzt und stilecht aus roten Redneck-Plastikbechern Wodka getrunken und dabei ein Trinkspiel gespielt. : D Kein Alkohol in der Öffentlichkeit interessiert an Silvester niemanden in den Staaten. Um Mitternacht stellte sich heraus, dass wir genau den richtigen Platz ausgesucht hatten: Wir hatten einen wunderbaren Blick auf das große Feuerwerk direkt am Strand.
Weil wir alle schon alte Leute sind (lach) haben wir nach einem kurzen Abstecher zum Strand am ersten Dienstag des Jahres auch schon um 3 in den Federn gelegen. Zu Recht, denn Julia und ich mussten bereits um 6 Uhr an unserem Bus sein. Aaaalso hieß es um 5:30 aufstehen und schlaftrunken vorbei an Betrunkenen die halbe Meile zur Bushaltestelle laufen. Und wieder das alte Spiel: Po berührt Bussitz –Julia schläft bis Orlando.
In Orlando ging es dann wieder durch die halbe Stadt zur nächsten Haltestelle. Und von dort aus ging es für mich allein nach Atlanta, denn Julia blieb in Orlando um am nächsten Tag von dort aus nach Boston zu fliegen. Nach 16 Stunden Busfahrt bin ich dann um 10:15 abends ENDLICH in Atlanta angekommen. Auto aus dem Parkhaus auslösen und ab nach Hause ins Bett. Allerdings nicht ohne vorher noch mein Weihnachtsgeschenk von Mami auszupacken, das endlich angekommen war. Ein deutsches Buuuuch! Juhu! : )
Am Mittwoch stand dann morgens endlich die Reunion mit Cupid an. Und ich war so froh, als sie sich einen Ast gefreut hat mich zu sehen! Ich hatte ein wenig Angst, dass sie mich in der Zwischenzeit vergessen hat… Joann und ich haben fliegenden Wechsel gemacht: Ich bin aufgestanden und sie ist aus der Tür gerauscht, ab in einen Kurzurlaub in die Berge mit Leslie und Familie. Ich war auch eingeladen, aber da ich Arbeiten musste konnte ich nicht mit. Nun war ich an der Reihe, die 5 Hunde zu hüten.
Noch immer etwas gerädert von meinem Trip verbrachte ich einen Großteil des Tages auf dem Sofa. Dort habe ich angefangen mein neues Video zu basteln. Denn irgendwie habe ich gerade im Dezember so viel erlebt, dass ich mehr als genug für einen neuen Clip hatte. Außerdem war der Jahreswechsel ein toller Anlass. So war dieser Tag ein echter Couchpotatoe-Tag.
Am Donnerstag hatte ich endlich meinen ersten Arbeitstag bei Abercrombie & Fitch. Zunächst stand noch etwas Papierkram an, dann musste ich meine Grundausstattung an Klamotten kaufen. Trotz 50% Rabatt ein teures Vergnügen: Ein Paar Flipflops, eine Jeans und ein Jeanshemd für insgesamt $113. Puh. Um das reinzukriegen muss ich erstmal 2 Wochen arbeiten. : ( Naja, arbeiten war ganz cool. Nicht besonders spannend, aber so einen Job werde ich nie wieder machen, deshalb habe ich es genossen die Kunden zu beraten und man muss schon sagen, dass viele Leute einen beeindruckt angucken wenn man dort arbeitet. (Obwohl man nur Klamotten faltet, Preise auf den Preisschildern ändert und Leuten „Hallo“ und „Tschüß“ sagt) Trotzdem war ich nah nur 4,5 Stunden reif für die Couch. So viel stehen geht auf den Rücken und ich war etwas angeschlagen von den ganzen Klimaanlagen in den Bussen und so…
Also ab nach Hause und das Video zu Ende schneiden und hochladen. Und hier ist es, das neue Meisterstück! Ich hoffe es gefällt euch! Dieses Mal habe ich Joann (Erste Frau die verrückte Fratzen macht), Leslie (Zweite Frau die verrückte Fratzen macht und eine der winkenden Damen auf dem Sofa) und Krista (die andere winkende Dame auf dem Sofa) mit reinzuschneiden. Das waren ein paar Momente von Weihnachten. Ansonsten seht ihr Bilder aus San Francisco, Seattle und Florida. Ich denke gerade wenn man die letzten Posts gelesen hat ist es ein wenig als wäre man dabei gewesen. : )
Freitags habe ich dann so RICHTIG meine Erkältung bekommen. Kopfweh, Gliederschmerzen, Husten und Co. Also wieder ein Tag auf dem Sofa. Zwischen den ganzen verrückten Talkshows und Serien im Fernsehen habe ich dann meinen letzten fehlenden Blogeintrag geschrieben. Damit war der Rückstand nun auch endlich aufgeholt. Gegen Abend kam Johanna dann vorbei und wir sind kurz zu Keelee gefahren. Cupid war natürlich dabei und –auch natürlich- haben sie alle geliebt. Das war’s aber auch schon für diesen Tag… Als ich wieder zu Haus war, ist auch Joann gerade aus ihrem Urlaub heimgekehrt. Wir haben uns ein wenig über unsere Urlaube ausgetauscht (Joann ist auch krank geworden) und den Abend ganz gemütlich ausklingen lassen.
Somit war hier im Haus am Samstag Totentanz angesagt: Joann und ich hingen auf Sofa und Sessel und haben uns zwischen den Nickerchen gegenseitig und selbst bemitleidet. (Fast wie in einem echten Männerhaushalt. : D) Das war tatsächlich auch schon der Tag. Traurig aber wahr. Das Highlight des Tages war, als wir uns aufgerafft haben in einer aufrechten Position zu sitzen, heiße Schokolade zu trinken und „Sleepless in Seattle“ zu gucken.
Am Sonntag haben wir uns beide etwas besser gefühlt und ein großes Projekt gestartet: Weg mit der Weihnachtsdeko. Also alle Kisten und Kartons aus der Garage geholt und die Deko verpackt. Was für ein Akt! Aber nach 2 Stunden hatten wir es geschafft: Alles war verpackt, der Baum abgeschmückt und vor die Tür getragen, alle Nadeln weggesaugt, wir hatten durchgewischt und staubgewischt…und waren reif für’s Bett. Das war scheinbar doch etwas zu viel für uns. Also haben wir um 2 ein Nickerchen gemacht. Ich für ein Stündchen, aber Joann hat es tatsächlich bis kurz vor 6 durchgezogen. : D
Und so ging die erste Woche des neuen Jahres zu Ende: Krank, müde und irgendwie ein wenig in einer Schlechtwetter-Lethargie (Depression?) nach der ganzen Sonne in Miami. Aber das muss auch mal sein und (jetzt kommt der Optimist in mir durch: Es kann fast nur besser werden. ; ))
Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche, passt gut auf euch auf und lasst es euch gutgehen! : )
Eure Julia
- Mami bitteeeee. 😀
- Skyline an Silvester
- Rednecks!
- New Years Eve Dinner
- Aufgebrezelt
- Ocean Drive
- Ocean!
- Beach...
- Lifeguards...
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