Neue Woche, neues Glück! : ) Der Montag begann mit Lernen auf der Terrasse im strahlenden Sonnenschein. Wunderbar warm war es (ca. 26 Grad) und ich habe relaxt im Liegestuhl für meine American Studies Klausur am folgenden Tag gebüffelt. Dann hat Johanna mich angetextet: „Halloweenparty am Donnerstag?“ Na klar! Vor allem wenn sie umsonst ist und man frei Essen und Getränke bekommt!
Also ist Johanna nach der Uni vorbeigekommen und wir sind zu Walmart gefahren um uns Kostüme zu besorgen. Ich beschloss mein Dirndl (was ich ja ohnehin nicht mehr benötige) einfach ordentlich zu zerschnippeln und mich als „bavarian zombie“ zu verkleiden. Hat sich das Teil also auch bezahlt gemacht! : ) Noch Kunstblut und Halloween Make-up gekauft und fertig war ich. Johanna hat sich entschieden als Hexe zur Feier zu gehen und hat sich ein tolles Hexenkostüm gekauft und lila Farbe für Ihre Haare. Danach ging es für mich wieder nach Hause und ich habe noch ein wenig gelernt und danach „The Voice“ geguckt.
Am Dienstag war dann wieder Uni und es stand meine Klausur in American Studies an. Doch vorher war in meiner Theatre and Performance class wieder Besuch: Es waren Musiker aus Ghana da, die uns ein wenig über die verschiedenen traditionellen Tänze erzählt haben. Das war sehr interessant und am Ende hat der eine Musiker dann auf einmal seine Trommel gezückt und wir sollten alle tanzen und klatschen. Das war ja nicht so schwer, bis er sagte, dass wir beides je in einem anderen Takt machen sollen. : D Maaaan, das war ein Kuddel-Muddel. Ich war auch leicht verwirrt, das hat mich ein wenig an diese Aufgabe erinnert bei der man sich mit der einen Hand in Kreisen über den Bauch fährt und mit der anderen auf den Kopf haut. ; ) Als ich dann zu meiner American Studies class gegangen bin gab es die nächste Überraschung: Mein Lehrer war dort, aber er hat einfach mal beschlossen den Test am Donnerstag zu schreiben. Ok, von mir aus…
Da ich ja bereits genügend für meinen Test am Donnerstag gelernt hatte, konnte ich am Mittwoch wunderbar entspannen. Das Wetter war wieder bombastisch, sodass ich mir auf der Terrasse die Sonne auf den Kopf scheinen ließ und nebenbei die Hunde gekrault habe. So lässt es sich leben! (Und ich möchte einmal kurz erwähnen, dass ich hier äußerst selten Kopfschmerzen habe! Aus meinen 2-3x die Woche sind jetzt 1x alle 2-3 Wochen geworden!) Als ich kurz davor war zu verbrennen habe ich meine Sachen zusammengepackt und bin zur Uni gefahren. Dort wollte ich unbedingt mal schauen, wie Zumba in Amerika ist und vor allem an der Uni. Es war klasse! Das werde ich jetzt häufiger machen, denn mal so richtig auspowern tat wirklich gut! Danach ging es wieder zurück nach Hause und ab vor den Fernseher: Amerikanische Talkshows gucken. Das ist so episch… Ich weiß ja nicht was mit den Leuten verkehrt ist, aber die Gäste prügeln sich wirklich ständig, die Themen sind zum Totlachen („The bite marks came from the dog! I’m not cheating!“) und auch die Hosts wie Steve Wilkos sind gewöhnungsbedürftig, wenn sie einfach anfangen ihren Gästen mitten ins Gesicht zu brüllen, dass sie Abschaum sind. Genau das Richtige für einen Gammeltag.
Am Donnerstag war es dann also soweit: Nach der Uni haben Johanna und ich uns in einem der Mädchenklos an der Uni getroffen und uns dort für die Halloweenparty fertig gemacht, die an den Dorms (Studentenwohungen) stattfinden sollte. Und für alle die jetzt denken: „Was haben die Amerikaner wohl gedacht, dass die sich auf dem Klo umziehen?“ Wir waren in guter Gesellschaft! Ständig kamen Mädels rein, sind in den Kabinen verschwunden, kamen in den tollsten Kleidern wieder raus, schnell Lippenstift drauf und fertig. Als dann ein Trupp von ca. 7 Latinas reinkam und die sich aufgetakelt haben (was bei denen ein wenig gedauert hat, weil jede irgendwie unzählige Outfits dabei hatte) wurde es tatsächlich etwas eng vor dem Spiegel. ; ) Am besten fand ich, dass ständig Leute reingekommen sind und gefragt haben wohin wir gehen. Hm, wir besuchen unsere Oma im Altersheim. Wonach sehen wir denn aus?! : D
Als wir fertig waren sind wir also schnell zu meinem Auto, die 200m zur Location gefahren und haben uns in die rauschende Party geschmissen…nicht. Also erstmal haben wir verdutzt geguckt, weil wir keine verkleideten Menschen gesehen haben unter den 20 Leuten die da waren. : D Nachdem wir dann festgestellt haben, dass wir aber auf der richtigen Party sind haben wir zunächst das Buffet unsicher gemacht. Nach und nach kamen dann zum Glück auch mehr Leute und auch endlich die verkleideten Menschen. So wurde es dann doch noch eine gute Party, wo dann mittendrin einfach mal Cleopatra, Super Mario, eine Hip-Hop Tussi, der Joker und der Bavarian Zombie einen Linedance hinzaubern. Lustig! Um 10 war die Party auch schon zu Ende (kleine Anmerkung: Ich war im Kleid mit kurzen Ärmeln da ohne Strumpfhose oder Jacke und habe nicht gefroren! Ich liebe das Wetter hier!) aber Johanna und ich hatten keine Lust nach Haus zu fahren, also sind wir in unseren Outfits zu Tim gefahren und haben ihm einen kleinen Überraschungsbesuch abgestattet. Boo! : )
Am Freitag habe ich einiges an Organisatorischem erledigt und dann habe ich überlegt was ich noch so anstellen kann. Ich wollte gerne raus und den Herbst genießen. Dann fiel mir ein, dass wir hier ja den Kennesaw Mountain haben, der auch im Logo der KSU vertreten ist und das 1. Ich noch nicht da war und 2. Der jetzt im Herbst bestimmt wunderschön ist mit all dem bunten Laub. Also schnell Tim gefragt wie ich denn dorthin komme und eine wunderbar komplizierte Antwort bekommen. Männer und Wegbeschreibungen… Das kann man echt vergessen. Zum Glück hatte er auch Lust auf eine kleine Wanderung auf dem Berg, also habe ich ihn aufgegabelt und wir sind zusammen dort hingefahren. Toll war es! Wirklich ein atemberaubender Blick vom Berg aus, man kann die Skyline von Atlanta sehen und jetzt im Herbst sind die Farben einfach nur wunderschön…
Abends kam Joann nach Hause und hat mich gleich ins Auto gepackt. Wir sind zu einem Konzert von einem Professor hier an der Uni gefahren. Er hatte sein Abschiedskonzert, da er in Rente geht. Und obwohl er schon CD’s aufgenommen hat und überall auf der Welt gesungen: Dieses Konzert war umsonst! Oral Moses heißt er und klingen tut er wie man sich Gott vorstellt. Wundervoll! Ich war so beeindruckt und dachte nicht, dass es besser werden kann, da kamen die Fisk Jubilee Singers auf die Bühne. Das ist eine Gruppe von Studenten die von einer Uni in Nashville kommen. Die Uni war früher nur für Schwarze und als es denen finanziell nicht gut ging (und leider konnten solche Unis keine Unterstützung von der Stadt erwarten) haben sie einen Chor gebildet, der durch die USA getourt ist und Spirituals gesungen hat. Das war in 1871 und seitdem gibt es dort immer einen solchen Chor und die sind weltbekannt. Also da kam diese Gruppe schwarzer Studenten auf die Bühne und fing an zu singen. Und ich fing fast an zu weinen. So schön war es! : ) Danach sind wir dann nach Haus gefahren und haben darauf gewartet, dass Krista und Eric aus Savannah ankommen, denn die beiden wollten das Wochenende bei uns verbringen.
Am Samstag stand jede Menge Programm an: Wir haben uns zum Frühstück mit Dustin und Leslie bei IHOP getroffen. Anschließend sind Joann, Krista, Eric und ich dann zum Red Top Mountain, einem anderen Berg hier in der Gegend gefahren und haben dort einen Spaziergang gemacht. Danach sind wir zur Schule gefahren an der Leslie Lehrerin ist. Dort war ein „Fall Festival“ an dem es alle möglichen und unmöglichen Spiele gab: Vom Cake- oder Animal-Walk über Hüpfburgen und Basketballspiele bis hin zum Toilettenpapier-Wurfspiel. Als Leslie Feierabend hatte haben wir uns auf den Weg zu „Kernel Kob’s Corn Maze“ gemacht.
Solche Maisfelder gibt es hier gerade zur Halloweenzeit wie Sand am Meer. Also haben wir uns ein Combiticket gekauft, welches eine Runde durch das Maislabyrinth sowie einen Hayride beinhaltet und haben uns voller Elan ins Maisfeld geschmissen. Vorher haben wir jeder einen Plan bekommen über die Wege im Maisfeld. Der war allerdings nicht wirklich zu gebrauchen fand ich. Im Maisfeld musste man dann verschiedene Punkte ablaufen, an denen man seine Karte abstempeln konnte. 3,2 Meilen war der direkte Weg zwischen allen Punkten. Ich glaube wir sind 10 Meilen gelaufen, bis wir endlich wieder am Ausgang waren. Dort hat dann Dustin auf uns gewartet, der zwischenzeitlich auch Feierabend hatte und wir haben Fotos mit all den lustigen Dekorationen gemacht und sind danach mit dem Hayride eine Runde über’s Gelände gefahren, entlang an einem Wasserfall und an dem Haunted Corn Maze. (Unglaublich aber wahr, es gibt Leute die diese „Finde-den-Weg-Tortur“ nachts in einem spukenden Maisfeld machen…) Nachdem wir bei Kernel Kob alles gemacht haben was es zu machen gab sind wir zu einem Restaurant gefahren um dort zu Abend zu essen.
Anschließend ging es zu unserer letzten Aktion des Tages: einem Haunted Hayride! Dort angekommen haben wir uns auf die Liste eines Traktors setzen lassen und mit heißer Schokolade mit Marshmallows und auf Heuballen sitzend einen Gruselfilm geguckt der auf einer Leinwand mitten auf dem freien Feld gezeigt wurde. So verging die Wartezeit bis zu unserem „Ride“ sehr schnell und wir waren überrascht als wir auf einmal aufgerufen wurden… Los ging es. Dicht gedrängt saßen ca. 20 Leute auf dem Anhänger hinter einem Traktor und sind durch den dunklen Wald gefahren. Alle haben sich nervös umgeschaut und ab und an hat man ein nervöses Kichern gehört. Und dann ging es Schlag auf Schlag! Aus den Büschen, von den Bäumen und aus dem Nichts kamen immer wieder mit lautem Gebrüll gruselige Gestalten und haben uns erschreckt. Am ekelhaftesten fand ich die Clowns (3 Stück), denn wie einige von euch wissen ist das wirklich so ziemlich das was ich am gruseligsten finde… Und weil ich immer so herrlich gekreischt habe, hatte ich die Viecher auch immer an mir dran kleben. : D Das war aber echt gruselig, erwachsene Leute haben sich in der Mitte des Anhängers auf den Boden gelegt und geheult! (Ok, SO gruselig war es nicht, die Frau die das gemacht hat muss irgendwas genommen haben… : D) Und Dustin hat sich die ganze Zeit fast in die Hose gemacht vor Lachen weil ich so gekreischt habe und mir alle 3 Monster mit Motorsäge (echte Motorsäge ohne Kette) immer in den Po gesägt haben. Einer ist dabei voller Euphorie am Wagen hochgeklettert und abgerutscht und hat mich so richtig soll erwischt… Jetzt habe ich super den Bluterguss an meinem Allerwertesten, echt fies anzusehen und der macht das Sitzen auch nicht gerade einfacher. : D Eric hat das Ganze ziemlich mutig ertragen aber danach meinte er, dass er nie nie nie wieder in sowas rein möchte. ; )
Der Sonntag war dann wieder ein recht entspannter Tag. Mit wunderbaren Sturmböen und plötzlich nur noch 9 Grad dank unserer lieben Sandy war ich bei der pet adoption und habe dort einen Großteil meines Tages verbracht. Abends bin ich dann nach Hause gefahren und habe dort ein wenig für die Uni nachgeholt, was ich über das Wochenende nicht gemacht habe.
Euch allen eine wunderbare Woche und lasst es euch gutgehen!
Küsschen, Julia
- Urgs.
- "How tall this fall?" 🙂
- Lost in the corn maze
- Eric und ich (Red Top Mountain)
- Bloody Nails
- Closed? Mal sehen...
- Kennesaw Mountain
- Da gaaanz hinten ist Atlanta...
- Halloween!
5 Responses to Lagebericht Nr. 11 (oder auch: Halloween die 1.)