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Lagebericht Nr. 5 (oder auch: ein bisschen Spaß muss sein)

Posted by on September 17, 2012

Der Dienstag machte also den Anfang zu dieser eher ruhigen Woche. Ich hatte Uni und musste erstmal wieder aus meinem Urlaubsfeeling vom Wochenende zurückkommen. Gar nicht so einfach. Natürlich haben wir auch gleich in Psychologie einen unangekündigten Test geschrieben, die Professorin (die ich immer „the dragon“ nenne, ich hoffe das sagt alles) konnte es nicht lassen uns zu ärgern.  Zum Glück zählt dieser Test nicht so viel, nur 5 Punkte von der Gesamtnote, aber er hat mir Angst gemacht vor dem Examen nächste Woche. Denn irgendwie hab ich die Fragen mit den ganzen Fachbegriffen nicht so richtig verstanden… Also muss ich wohl oder übel über’s Wochenende Vokabeln pauken. Ansonsten war der Tag sehr ruhig. Zurück von der Uni hab ich mit Joann zu Abend gegessen, war noch kurz laufen, wir haben etwas ferngesehen und dann bin ich ab ins Bett. Obwohl eine Neuigkeit gab es noch: Mein Führerschein ist angekommen! Da dieser hier Perso und Führerschein in einem ist hab ich jetzt also eine echte U.S.-Identität. : ) (Und der hat auch keine 2 Wochen gebraucht, wann kommt nur mein Nummernschild endlich?)

Mittwoch hatte ich –wie immer- frei. Da ich am nächsten Tag ein Examen in dem Fach American Popular Culture schreiben sollte, verbrachte ich den Tag weitestgehend mit lernen und zwischendurch zur Abwechslung Wäsche waschen. Abends fuhr ich zu Johanna um mit ihr zu kochen und später auch mit Tim und Nina Wii zu spielen. Das war ein netter Abend! Wir haben Nudeln mit Tomatensoße und Mais gekocht (Meisterleistung, ich weiß… Aber es ist ein Klassiker und die gehen bekanntlich immer) und später dann auf der Wii etwas gegolft, viel gebowlt und ein wenig Bogenschießen gespielt. Gegen 10 bin ich wieder nach Haus gefahren, hab noch etwas gelernt und dann mehr oder weniger in den

Donnerstag hinein geschlummert. Ich konnte die Nacht nicht besonders gut schlafen, also habe ich meine Schlaflosigkeit genutzt und wieder angefangen zu lernen. Ich bin dann etwas früher zur Uni gefahren, da ich mir vor dem Unterricht noch ein Ticket für die „Life in Color“ Party holen wollte. Ich wusste nicht so recht, was mich dort erwarten würde, aber Joann hat mir empfohlen dieses Event mitzunehmen. Also kaufte ich mir am Footballstadion der Uni (riesen Teil) ein Ticket für den Freitag. $21, also wehe das wird ein Reinfall! Danach ab zur Uni. Theater & Performance sollten wir dann das erste Mal auf der Bühne stehen. In Gruppen sollten wir uns 3 Standbilder mit allen Gruppenmitgliedern überlegen, die eine Geschichte erzählen. Die Geschichte sollte die Klasse dann erraten. Gar nicht mal so einfach, zumal wir nur 10 Minuten Zeit hatten. Wir haben uns überlegt eine Überraschungsparty zu spielen: einmal wie das Geburtstagskind die Hand am Türknauf hat und die Gäste kauern um hochzuspringen. Dann wie alle jubeln und das Geburtstagskind überrascht guckt und am Ende wie die Gäste eine riesen Geburtstagstorte halten und das Geburtstagskind die Kerzen auspustet. Meine Gruppe hat dann beschlossen, dass ich das Geburtstagskind sein sollte. Das hat Spaß gemacht auf der Bühne zu sein. Dieses Fach haben wir immer im Theater und sitzen im Zuschauerraum und unser Professor ist auf der Bühne. Es hat mich schon die ganze Zeit in den Fingern gejuckt auch mal da oben zu sein und runter zu gucken. Also: Mission completed.

Dann kam meine erste Klausur. Und die war tatsächlich ok! Die Klausur bestand aus 3 Aufgaben, die erste war, dass der Professor uns 8 Musiktitel vorspielte und wir Interpreten und Titel aufschreiben sollten. Das war recht einfach und jedes Mal wenn er die CD gewechselt hat, haben alle kontrolliert ob sie das gleiche Ergebnis wie die anderen haben. : D Die 2. Aufgabe war, dass es ungefähr 10 Beschreibungen von unterschiedlichen Charakteren aus einem Buch, Stilrichtungen im Blues und Musikern und wir mussten die Antwort hinschreiben. Und die letzte Aufgabe war, dass er 4 Themen gegeben hat zum Blues und wir sollten 2 davon auswählen und jeweils 12 Sätze dazu schreiben. Also machbar. ; ) Sonst hatte der Tag auch nicht mehr zu bieten. Ich habe abends mit Joann mal wieder etwas ferngesehen und dann bin ich ab in die Heia.

Dann kam der Freitag und der sollte ganz im Zeichen der abendlichen Party stehen. Um das Konzept einmal kurz zu erläutern: Es handelt sich bei „Life in color“ (oder auch „Dayglow“) um eine Party, die im Prinzip ein Konzert von verschiedenen DJ’s ist. Hauptsächlich werden hier Elektro- und R’n’B Musik gemixt und alle sollen mehr oder weniger in weiß kommen, da im Laufe des Abends Farbkanonen abgeschossen werden und es wird mit einer Art kleinem Feuerwehrschlauch Farbe ins Publikum geschossen. Außerdem wird ganz viel mit Licht gespielt, es gibt eine Lasershow und diverse Artisten auf der Bühne (Trampolin, Rönrad etc)

Um 11 hat Tim mich daher bereits abgeholt und wir sind zu viert zu Kohle’s gefahren um uns weiß einzukleiden. Da der Laden gerade Geburtstag hat, haben die super Angebote und wir haben klasse Outfits (also schreckliche Outfits, genau was wir gesucht haben) für wenig Geld bekommen. Dann sind wir zu Tim gefahren und haben uns dort fertig gemacht. Das war seltsam, denn ich bin ja eigentlich nicht der Typ, der so viel weiß trägt und so dachte ich mir „wenn schon, denn schon“ und habe alles an Trash-Phantasien an diesem Tag ausgelebt. (soll heißen: ich hab mir als Krönung meines Outfits aus einem pinken Zebraschlüppi ein Bustier gebastelt und eine Pinke Strähne mit Zebrastreifen in die Haare gepappt. Klasse!)

Anschließend sind wir los zur Location, denn dort sollte es von 1:00 bis 4:00 Essen for free geben. Leider waren wir etwas spät dran und erst um 3:45 dort und das Essen war schon alle, also haben wir uns einfach eine Pizzeria in der Nähe des Stadions gesucht und dort in Ruhe etwas gegessen. Danach haben wir uns auf den Weg zum Stadion gemacht und waren schon um 4:30 dort, also 1,5 Stunden vor Einlass. Die Zeit verging wie im Flug, denn die Securitys waren super witzig und haben die ganze Zeit mit uns „Welche Reihe ist lauter“ und anderen Unsinn gespielt. Als wir dann rein konnten, standen wir tatsächlich genau in der Mitte der ersten Reihe. Und die Farbkanonen waren schon aufgebaut. Vorfreude! : ) Dann fing der erste DJ an aufzulegen. Der war schon ziemlich gut, aber es war noch hell und das Stadion füllte sich noch mit Leuten und Farbe gab es auch noch nicht. Also so richtig kam keine Stimmung auf. Das änderte sich schlagartig als der 2. DJ auf die Bühne kam! Der sah nicht nur unglaublich gut aus, sondern hatte es auch echt drauf aufzulegen und Stimmung zu machen! Wow, auf einmal gingen alle so ab, das war enorm. Und die Fotografen kamen kaum mehr hinterher Fotos zu schießen! Und da es auch bei ihm langsam dunkel war konnte man die tollen Lichteffekte sehen und auch die Artisten kamen auf die Bühne und machten zusätzlich Stimmung. Und dann kam auch die erste Farbladung pink aus dem Schlauch. Lustig! Zum Glück ist es in Georgia ja ohnehin so warm, da war es kein Problem die Nacht über nass herumzulaufen. (Außerdem haben wir uns natürlich auch warmgetanzt) Irgendwann wurde ein Countdown eingeblendet, wann die große Farbexplosion stattfinden sollte.

 In der letzten Minute des Countdowns kamen dann alle Artisten als Astronauten verkleidet auf die Bühne, die Musik hörte auf und es wurde eine riesen Show gemacht. Einige sind an Seilen in die Luft geflogen und haben sich wild gedreht, einige waren auf den Trampolinen und haben dort Figuren gemacht und einige haben einfach so getanzt. Und dann kamen die letzten 10 Sekunden. Die Securitys hatten auf einmal Regencapes an, Schutzbrillen auf und haben sich unter die Bühne gekauert und ich habe in der letzten Sekunde meine Augen geschlossen und dann kam die große Farbexplosion! Alle Kanonen haben gezündet, die Schläuche waren im Einsatz und ich war (ich erinnere einmal kurz: 1. Reihe) innerhalb von 10 Sekunden völlig farbig. : D So ging das Konzert dann weiter. Zwischendurch wurden die Farbkanonen ab und an unangekündigt gezündet, der Schlauch war häufig im Einsatz und alle haben gefeiert. Und so ging es auch weiter, als der 3. DJ auf der Bühne war. Um 10 Uhr, nach 4 Stunden in der ersten Reihe stehen, gedrückt und geschoben und vollgespritzt werden, habe ich gemerkt, dass mein Kreislauf keine Lust mehr hat. Also hab ich mich von den Security rausziehen lassen und habe mich auf die Tribüne gesetzt. Zum Glück! Dann so hatte ich auch noch einmal einen schönen Blick von oben auf das Geschehen und konnte die letzte Stunde ganz entspannt mit einem Getränk genießen. Vorher konnte ich es aber nicht lassen mal die Toilette zu besuchen und in den Spiegel zu schauen. : D Oh maaaaan. Das war ein Anblick. Alle anderen waren wesentlich farbloser (wahrscheinlich nicht 1. Reihe) und haben sich mit mir gefreut wie ich aussehe. Ein Mädel hat mich angeguckt: „Damn girl, is your normal haircolor blonde?“ und die anderen „Wow, you look AWESOME!“ : D Ich denke das sagt alles.

Als das Konzert zu Ende war, haben wir uns auf Plastiktüten ins Auto gesetzt und sind in eine Pizzeria gefahren, wo die Afterparty stattfinden sollte. Das war auch super lustig und wir haben mit all den anderen bunten Menschen getanzt und viele nette Leute kennengelernt. Gegen 3 haben wir uns dann auf den Weg nach Haus gemacht, waren noch kurz bei Mc Donalds für einen morgendlichen Snack und sind dann zu Tim gefahren, wo wir erstmal alle geduscht haben. Dann haben Nina und ich uns gegen 4 ein Bett geteilt und endlich unsere Äuglein geschlossen.

Am Samstag war ich um 10 wieder daheim und bin erstmal mit Joann einkaufen gegangen. Sie wollte sicheinen Laptop kaufen und ich sollte sie beraten. Haha. Also zwei ohne Ahnung zusammen unterwegs. Hat aber doch ganz gut geklappt, dank netter Verkäufer und ich denke wir haben einen schicken Laptop gefunden. Und neben dem Laden war mal wieder eine Tieradopiton… Da mussten wir gleich die kleinen Hunde angucken. Joann hat gesagt wenn wir einen holen, dann muss ich den mit nach Hause nehmen. Wie schrecklich. : D Leider gab es keinen in den ich mich völlig verliebt habe, aber vielleicht kommt das ja ein anderes Mal. ; )

Danach habe ich 4 Stunden für Psychologie gelernt. 2 von 4 Kapiteln gelesen und mir Stichworte dazu aufgeschrieben. Um 6:30 hat Johanna mich abgeholt, denn es war mexikanischer Unabhängigkeitstag und wir waren zu einer Feier bei Tim’s mexikanischer Hostmum eingeladen. Es waren jede Menge Hispanics da und es gab super scharfes Essen und viel Musik. Das war sehr nett. Um 10 sind wir jedoch schon wieder nach Hause, da ich noch vom Vorabend müde war und am Sonntag weiter lernen musste.

Der Sonntag begann recht früh und ich bin mit Joann zusammen morgens mit den Hunden gegangen. Danach habe ich ein wenig am Blog geschrieben und anschließend habe ich wieder für Psychology gelernt. Ich habe die anderen beiden Kapitel gelesen und mir Lernkarten dazu gemacht. Was für eine Arbeit! Erneut habe ich 4 Stunden daran gesessen. Aber immerhin war ich jetzt soweit fertig und hatte noch den Montag um die Karten zu lernen, bevor am Dienstag die Klausur sein sollte.

Abends bin ich zu Johanna gefahren, da sie ganz allein zu Haus war seit Donnerstag wollte ich ihr ein wenig Gesellschaft leisten. Wir haben zusammen gekocht (ok, sie hat gekocht und ich den Tisch gedeckt) und danach haben wir verzweifelt versucht Mama Mia auf DVD zu gucken. Hat nicht geklappt. Weder auf der Wii, noch auf dem Laptop, noch auf der Playstation. Irgendwie sollten wir den Film wohl nicht gucken. Deshalb sind wir irgendwann auf das normale Fernsehprogramm umgestiegen und haben die Simpsons und Family Guy geguckt. Wir hatten einen sehr lustigen Abend und haben viel gequatscht. Um 10 sind wir dann schon ins Bett gegangen, weil Johanna am nächsten Morgen um 6 aufstehen musste, weil sie zur Uni musste. Kann ja nicht jeder montags frei haben. : D

Wie ihr seht werden die Wochen zunehmends langweiliger und ich komme immer mehr in den Alltag. Aber das muss auch mal sein… Ich plane allerdings schon die nächsten Unternehmungen und hoffe, ihr bleibt trotzdem fleißig dabei. ; )

Küsschen, eure Julia

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