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Lagebericht Nr. 18 (oder auch: Ab in den Regen!)

Posted by on December 28, 2012

Am Montag fing die Woche mit einem Anruf am frühen Morgen an: Die Designfirma hat mich zu einem spontanen Vorstellungsgespräch am Nachmittag eingeladen. Also habe ich mich ordentlich angezogen, mich über die Firma informiert und mich dann auf den Weg gemacht. Das Gespräch war mit der Personalchefin und mit der General Managerin. Es war super nett und die Jobbeschreibung hat sich sehr interessant angehört. Am Ende haben die beiden noch gefragt wann ich denn Zeit für einen obligatorischen Drogentest hätte, insgesamt also sehr vielversprechend.

Abends habe ich dann endlich mit meinem Final Exam in American Studies angefangen, dass am nächsten Tag fällig war. Gegen 10 erhielt ich dann noch einen Anruf von Abercrombie and Fitch, die mir gesagt haben, dass ich den Job als Model bekommen habe.

Am Dienstag stand dann endlich das lang geprobte Theaterstück an. Alle Gruppen haben ihr Stück aufgeführt und so auch wir. Es waren einige gute und einige eher langweilige Stücke dabei. Bei uns ging zum Glück alles gut und wir haben ein A bekommen. 

Danach habe ich mein Final Exam in American Studies abgegeben und dann war es soweit: Ich habe als letztes Mal als Studentin das Gelände der KSU verlassen. Das war also schon der erste Teil meines Jahres in den Staaten! Schnell ging’s!

Abends habe ich mich mit Brianna aus der Theater class und ihrem Freund getroffen. Wir sind kubanisch essen gegangen und anschließend haben wir noch win wenig bei einem frozen Yoghurt gequatscht. Das war sehr nett und ich hoffe wirklich, dass ich mit Brianna weiterhin in Kontakt bleiben werde! 

Damit war mein Tag aber noch nicht vorbei. Ich habe gleich im Anschluss Isi abgeholt und bin mit ihr zu Cherlee gefahren. Die hat eine Hausparty geschmissen zum Ende des Semesters und wir haben Julklapp gemacht. (hier heißt es “white elephant game”) Ich habe wieder jede Menge netter neuer Amerikaner kennengelernt und hatte -wie immer mit den Mädels- jede Menge Spaß.

Der Mittwoch war eher langweilig. Ich habe ein wenig für meinen anstehenden Trip eingekauft und ansonsten gewaschen, aufgeräumt und meinen Koffer gepackt. 

Am Donnerstag ging es dann los: Tim hat mich morgens um 6 abgeholt und mich zum Flughafen gebracht. Von Atlanta bin ich dann nach Dallas, Texas geflogen. Von dort aus ging mein Anschlussflug nach Portland, Oregon. Und am Flughafen erwartete mich: niemand. Ok, mein Flug war auch etwas früh angekommen…also holte ich meinen Koffer ab und ging wieder zum Ankunftsterminal. Immernoch kein bekanntes Gesicht in Sicht. Ich hab dann Leon angerufen um zu sehen, ob er vielleicht an einer anderen Stelle wartet. Naja, was soll ich sagen… Er hat mich vergessen. : D Zumindest hat er verschwitzt rechtzeitig loszufahren um mich abzuholen. Also konnte ich in aller Ruhe erstmal was essen und eine Stunde später stand dann ein völlig aufgelöster Leon vor mir.

Nachdem ich mein Gepäck bei ihm abgeladen habe und seine bezaubernde Gastfamilie kennengelernt habe, sind wir losgefahren in Richtung Downtown Portland. Ziel war ein Rimsky’s spukender Desertladen. Dort haben wir dann den stadtbesten Kuchen gefuttert und (das war dann wohl auch der gruselige Teil) einer fürchterlichen Klarinettenspielerin zugehört. (Ok, wir haben nicht zugehört. Wir haben gelacht und auf Deutsch über sie gelästert. Aber ehrlich: So etwas Schlimmes habe ich noch nie gehört) Im Anschluss daran haben wir ein wenig die Stadt unsicher gemacht. Wir sind durch die Straßen Protlands geschlendert und haben einige der unzähligen kleinen Geschäfte entdeckt. UND wir waren bei Powells, dem weltgrößten unabhängigen Buchgeschäft der Welt. Unvorstellbar wie groß der Laden ist! Und alles voll mit Büchern bis zur Decke. Da könnte man mich absetzen und 3 Wochen später abholen. ; )

Freitags haben wir dann erstmal ausgeschlafen. Das heißt ICH habe ausgeschlafen. Denn ich war noch die Eastern Time gewöhnt, die ist 3 Stunden später als an der Westküste. Also war ich um 8 (immerhin 11 Uhr meine Zeit) putzmunter, ganz zum Leidwesen von Leon. Den Tag haben wir mit einem Trip durch die Wälder Oregons begonnen in Richtung Strand. Ohne Witz, es sieht dort wirklich aus wie in den Twilight-Filmen. Mit diesem Kommentar ging ich Leon irgendwann schon ziemlich auf den Senkel, aber ich dachte wirklich die haben da viel bearbeitet und getrickst. Das ist definitiv nicht der Fall. Die Bäume sind wirklich moosbewachsen, alles ist grün und irgendwie diesig.

Nach 1,5 Stunden sind wir dann angekommen an unserem Ziel: Cannon Beach! Ein malerischer kleiner Ort, der jetzt im Dezember ganz verlassen und ruhig erscheint. Schon als wir aus dem Auto ausgestiegen sind konnten wir das Meer hören. Und als ich dann am Strand war und es sehen konnte, hat es mir wirklich die Sprache verschlagen! Es ist wie im Paradies. In einem rauen und wilden Paradies, aber wirklich atemberaubend schön. Die Wellen brechen mit lautem Getöse und rauschen hoch bis an den Strand. Der Himmel ist dunkel und diesig. Und mitten im Meer stehen 3 Felsen. Überall sind riesige Bäume als Schwemmholz an den Strand gespült. Und es liegen dort Algen, die sind so ekelhaft riesig, dass sie aussehen wie Urzeit-Seemonster. Wir sind am Strand hoch und runter geschlendert und haben die Natur genossen…Bis es –typisch für Oregon- anfing zu regnen. Im eiskalten Platzregen sind wir zurück zum Auto gehechtet (natürlich fing der Regen an, als wir so weit vom Auto weg waren wie es nur ging) und klatschnass in das Dorf gefahren. Dort gibt es einen Candyladen, der die fantastischsten Bonbons selbst produziert. Und dort gibt es Bill’s Tavern, wo es die besten Burger gibt die ich seit langem gegessen habe. Dort haben wir uns dann gestärkt, bevor wir uns (noch immer nass aber glücklich) auf den Rückweg gemacht haben.

Abends ging es dann zum Eishockey, da Leons Gastvater dort ein freiwilliger Helfer in der Arena ist, bekommt die Familie immer Freikarten. Und so saßen wir in der 1. Reihe, direkt hinter den unglaublich ekelhaft stinkenden Hockeyspielern und haben zugeguckt wie sich die Hockeyspieler geprügelt haben. (das ist nämlich in den USA nicht wie in Deutschland verboten!) Am Ende des Spiels gab es dann den „Ham Shoot“. Alle Frauen die wollten konnten sich darin versuchen den Puck auf dem Spielfeld ins Tor zu schießen und alle die getroffen haben, haben einen riesigen Schinken gewonnen. Leons Gasteltern haben gesagt ich soll es nicht wagen ohne Schinken nach Haus zu kommen, also habe auch ich mein Glück versucht. Und daneben geschossen. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht schummeln würde. : D Also bin ich einfach 2 Schießstationen weiter gegangen und habe es noch einmal versucht. Und ich hab ihn reingemacht! Somit war der Schinken gesichert. : )

Anschließend haben wir wieder die Innenstadt unsicher gemacht und unter anderem waren wir bei Voodoo-Donut. Das ist ein total verrückter und berühmter Donutladen in Portland in dem man wirklich alles kaufen kann was das donut-Herz begehrt. Von den normalen Donuts über gefüllte Donuts bis hin zu Donuts mit Schinken. Urgs. Gegen 11 sind wir dann zum Flughafen gefahren um den 3. Im Bunde abzuholen: David kam an und somit war unser New York Trio wieder vereint.

In der Nacht auf Samstag haben wir dann spotan ein Hostel gebucht: wir wollten nach San Francisco fahren! Somit begann der Tag dann nach 3 Stunden Schlaf auch relativ früh um 6, wir haben unsere Sachen gepackt und sind nach San Francisco aufgebrochen. 11 Stunden Fahrt, da das Wetter leider im Gebirgspass sehr schlecht war. Es hat geschneit und es war nicht geräumt, sodass man nur im Schneckentempo vorangekommen ist. Aber um halb 7 abends haben wir es tatsächlich geschafft: Wir waren in unserem Hostel Downtown San Francisco angekommen! Schnell eingecheckt und dann schonmal ein wenig die Gegend erkundet. Zu Fuß, wie es bei uns Tradition hat. Und wie es bei uns Tradition hat, musste auch wieder mitten im Sightseeing jemand super dringend auf’s Klo. Dieses Mal nicht ich, sondern David. Naja, Downtown San Francisco wird es wohl ein Klo geben? Ne. Irgendwie nicht. Die Bars und Geschäfte sind dort alle so klein, dass sie kein Klo haben müssen oder sie hatten geschlossen. Bestimmt eine halbe Stunde sind wir rumgelaufen, bis der kurz vor dem Platzen stehende David in einem Nobelrestaurant um Notfallhilfe gebeten hat –und sie bekam! : D

Um 10 waren wir schon im Bett, weil wir am nächsten Morgen früh raus wollten zum Sightseeing.

Also haben wir am Sonntag den Tag bereits um 8 Uhr morgens begannen und haben bei einem continentalen Frühstück im Hostel unsere Tagespläne geschmiedet. Los ging es mit einem der berühmten Cable Cars (uns da der ziemlich voll war mussten wir echt wie im Film halb draußen an den Haltestangen hängen) bergauf und bergab zur Fishermens Wharf. Dort sind wir an den Piers entlang geschlendert bis zum berühmten Pier 39, an dem immer die Seehunde liegen. Überall waren kleine süße Läden, Restaurants, Fisch-Verkäufer und und und. Sehr idyllisch und im Dezember mit Sicherheit nicht so überlaufen wie im Sommer. Am Pier 33 haben wir dann Tickets für eine Tour nach Alcatraz gekauft. Das ist wirklich überaus empfehlenswert! Wir sind mit einem Schiff rübergefahren, dann gab es einen Film zur Geschichte der Insel und dann hat jeder Kopfhörer aufbekommen und wir wurden von einem Erzähler durch das Gefängnis geführt. Das war super toll, denn der hat was zu den bekanntesten Insassen, zu den Lebensbedingungen dort und zu den spektakulärsten Fluchtversuchen erzählt. Und nicht nur das. Immer waren die passenden Hintergrundgeräusche eingeblendet. Man hatte wirklich das Gefühl eine Zeitreise zu machen!

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, haben wir uns auf den Weg ins Castro-Viertel gemacht. Leon war der Überzeugung, dass es das Szene- und Fashionviertel von San Francisco sei, diese Einstellung hat sich dann geändert, als wir den Bus verließen und uns 2 nackten Männern nur mit Weihnachtsmann-Mütze bekleidet gegenüber fanden. Da waren wir doch glatt im Schwulen-Viertel gelandet. Und so haben wir in einer Gay-Bar zu Abend gegessen und die Jungs haben immer versucht mit dem Rücken zur Wand zu sitzen. : D

Frisch gestärkt haben wir uns zu Fuß auf die Suche nach den „Painted Ladies“, den berühmten viktorianischen Häusern, gemacht. Leider hat es volle Kanne angefangen zu regnen und so kamen wir völlig durchnässt und im Dunkeln dort an. Immerhin haben wir auf dem Weg dorthin das mit Sicherheit am verrücktesten geschmückte Haus gefunden was ich bis dato gesehen habe. Also haben wir uns ein wenig enttäuscht auf die Suche nach einer Bushaltestelle gemacht. Gefunden haben wir keine, dafür hat es irgendwann aufgehört zu regnen und wir haben eine Schlittschuhbahn gefunden. Da mussten wir natürlich einen Zwischenstopp einlegen. Und nach einigen Runden Schlittschuhlaufen waren wir dann auch fertig für’s Bett. Ich vergess immer wie anstrengend das ist! : D

 Zurück im Hostel war dann allerdings im Voyeur eine große Leinwand aufgebaut und neben Plätzchen und Tee gab es dort „Kevin allein zu Haus“ zu sehen. DAS mussten wir uns natürlich auch noch antun. Und so sind wir wieder gegen 10 völlig erschöpft ins Bett gefallen, einen neuen Tag voller Erlebnisse hinter uns und einen in Aussicht.

Dickes sorry für die Verspätung, der nächste Bericht kommt auch noch nach und dann sollte ich wieder zeitgemäß sein. : )

Passt gut auf euch auf!

Julia

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