So, endlich kommt auch der neuste Wochenrückblick von mir! Eigentlich wollte ich den ja Dienstagabend schon schreiben, aber dann war ich hypnotisiert vom Wahlkrimi… Aber dazu nächste Woche mehr! : )
Der Montag war mal wieder ein Tag gefüllt mit Sachen für die Uni: Ich hatte ein Proposal für mein Research-Essay zu schreiben sowie ein Paper zu dem Theaterstück „Cabaret“, welches ich ja vor einiger Zeit an der Uni gesehen hatte. Zwischendurch habe ich eine kleine Lernpause gemacht und bin zur Mall gefahren um mir dort eine Jacke zu kaufen. Denn durch Sandy war es so schnell so sehr abgekühlt, dass ich fast gestorben wäre. Es ist eine Sache sich an die Kälte zu gewöhnen, aber doch eine ganze andere wenn die Temperatur quasi über Nacht um 20°C fällt. UND wenn man dann auch noch vergisst die Heizung im Haus anzumachen. Brrrr.
Am Dienstag hatte ich Uni und habe dort meine am Vortag erstellten Prachtstücke abgegeben. Ansonsten war dort nicht viel los. Nach meiner letzten Class bin ich nach Haus gefahren und habe zu Abend gegessen. Direkt danach ging es wieder ab ins Auto und ich habe mich auf den Weg zu Walmart gemacht: Da es so kalt war wollte ich am nächsten Tag nicht in meinem Dirndl Trick or Treating gehen, denn dann hätte ich ja eine Jacke drüberziehen müssen und man hätte das Kostüm gar nicht mehr gesehen! Also hieß es schnell ein möglichst günstiges Alternativkostüm zu finden. Als erstes ist mir ein 3XL Männershirt ins Auge gefallen, das aussah wie ein Skelettoberkörper mit Frack. War das letzte Exemplar und so wunderbar groß, da konnte ich bequem eine Jacke drunterziehen. $5, also eingepackt und weiter. Dann gab es zum Glück tatsächlich Leggings mit Knochen drauf, sodass mein Skelett-Outfit komplett war. Noch ein wenig schwarze Haarfarbe und ab zurück nach Haus.
Am Mittwoch war es dann endlich soweit: HALLOWEEN! Nachdem wir Austauschstudenten um 2 ein Treffen mit unserer College-Koordinatorin hatten und ordentlich Donuts gefuttert haben ging es direkt ab zu Keelee. Dort haben wir Chili gekocht, Cornbread gebacken und uns verkleidet. Ihre kleine Tochter Zoe hatte zuerst Angst vor ihrem eigenen Kostüm und wollte weder ihren Skelett-Pyjama anziehen, noch ihr Hexenkostüm. Aber als sie mich dann in meinem Skelett-Outfit gesehen hat wollte sie doch auf einmal. Und so hat Keelee ein süßes Foto von Zoe und mir geschossen, wie wir beiden Skeletts noch ganz ungeschminkt zusammen im Wohnzimmer stehen.
Nachdem ich mich noch ein wenig geschminkt habe, Zoe ihr Hexenkostüm drübergezogen hat, Lydia ein Zombie-Goldlöckchen und Ischa ein Vampir geworden ist, Keelee sich in ihr Football-Outfit und Johanna sich in ihr Hexendress geschmissen hat ging es auch los: Fotoshoot im schaurig-schön geschmückten Vorgarten von Keelee’s Haus und dann ab zum Trick or Treating.
Das war wirklich Klischee pur: Die Häuser waren gruselig geschmückt, die Bewohner haben sich teilweise voller Vorfreude mit Campingstuhl, Tisch, Decke, Kerze und Naschischüssel in die Einfahrt gepflanzt um das Spektakel hautnah zu erleben und überall hat es vor Kindern gewimmelt! Ständig lief einem eine Gruppe Gespenster, Hexen, Mumien und Piraten über den Weg und ab und zu auch mal ein Hotdog oder Lady Gaga. Sogar die Hunde waren verkleidet!
Zoe war unglaublich süß: Sie ist 3 und das war ihr erstes „richtiges“ Halloween mit selbst Trick or Treating. Sie wollte immer allein zur Tür und hat dann zaghaft geklopft. Wenn jemand geöffnet hat, dann hat sie vor lauter Schreck ihren Text vergessen und wir haben ihr schnell „Trick or Treat“ vorgesagt. Einmal hat sie Naschis bekommen, kommt wieder zurück und sagt dann mit großen Augen: „I forgot to say trick or treat!“ und dann ist sie wieder zurückgelaufen und hat nochmal geklopft. : D Sehr niedlich.
Nachdem wir die Nachbarschaft abgelaufen hatten und Zoes Eimer wirklich schwer wurde sind wir wieder zurück zu Keelee’s Haus und Lydia, Johanna, Ischa und ich haben und auf den Weg gemacht zu einer Kneipe, in der eine Halloweenparty des German Clubs stattfinden sollte. Nach einem netten Abend dort mit viel Essen und tollen Gesprächen sind wir dann irgendwann wieder nach Haus gefahren. Zum Glück war Joann noch wach, so konnte ich zu Haus auch nochmal klingeln und meine Naschis einfordern. ; )
Meine erste Challenge am Donnerstag bestand dann darin, die schwarze Farbe wieder aus meinen Haaren zu waschen. Man, das Badezimmer sah vielleicht aus als ich fertig war… Aber immerhin ist alles rausgegangen und ich habe keinen Grauschleier behalten! : D Dann ging es ab zur Uni, dort war nichts weiter Aufregendes. In der letzten Stunde hat Mike, der neben mir sitzt auf einmal peinlich laut 3 Klingeltöne mitten in der Stunde angemacht. Als ich ihn fragte was er macht, sagte er mit hochrotem Kopf, dass er sich einen Timer stellen will, da er heute früher aus dem Unterricht muss. Natürlich hab ich gefragt warum und er sagte mir, dass heute das Basketballteam der KSU das erste Spiel der Saison hat und dass die Marschkapelle (von der er ein Mitglied ist) dort aufspielt. Dann meinte er, dass ich auch kommen soll, das Spiel sei um 7 und umsonst für Studenten der KSU. Schnell Johanna angetextet ob sie mitkommt und als ein spontanes „ok“ kam stand dem Unternehmen „Basketball gucken ohne die Spielregeln zu kennen“ nichts mehr im Wege. (War dann am Ende gar nicht so schwer, einfach ausrasten, wenn die KSU den Ball bei den anderen in den Korb haut ; ))
Also haben Johanna und ich uns nach der Class getroffen und sind in die Basketballhalle der KSU gelaufen. Schnell super Sitzplätze gesichert und ab ging es! Man, hier wird aber auch ein Aufriss betrieben bei so einem relativ kleinen Schulevent! Marschkapelle, Cheerleader (bestimmt 30 Stück), Maskottchen, Fernsehteam und ein Mädel was die Nationalhymne vor dem Spiel trällert. Zum Glück hat die KSU gewonnen und es ist sogar ein Foto mit dem Maskottchen rausgesprungen. Super Abend!
Der Freitag begann für mich dann relativ früh, denn ich hatte viel auf dem Zettel: Erst schnell Hausaufgaben online abgeben, Wäsche waschen und dann Sachen für’s Wochenende packen. Dann bin ich zu Johanna gefahren, denn wir hatten eine Mission: Finde eine deutsche Bäckerei in Georgia. Hat geklappt! Gar nicht so weit weg in Marietta gibt es „Bernhad’s German Bakery“ und dort haben wir dann ein klasse Frühstück mit echten Brötchen, Käse und Aufschnitt genossen! Fast hätte ich mir dort eine Mezzo-Mix für $3 gekauft, denn DIE GIBT ES HIER NICHT! Und Fanta und Cola mischen schmeckt hier absolut anders! Aber ich habe es mir dann schweren Herzens doch verkniffen. : )
Neben dem Bäcker gibt es eine europäische Fleischerei, dort hat Johanna dann Fleischkäse gekauft, denn sie wollte am Samstag für ihre Gastfamilie deutsches Essen kochen. (kurze Anmerkung: Das haben die Männer der Familie leider voll nicht zu schätzen gewusst und gefragt: „Muss ich das essen?“ Hallo?! Naja, immerhin die Hostmum fand es gut… Ich würde so einiges geben für Fleischkäse mit Kartoffelbrei, Spiegelei und Röstzwiebeln! Yummy.)
Danach ging es wieder zurück nach Acworth und für mich direkt weiter zu Keelee, denn die hatte mich gebeten auf Zoe aufzupassen, während sie ein Vorstellungsgespräch hat. Das war ein lustiger Nachmittag, die kleine Zoe ist wirklich so niedlich und so schlagfertig… Witzig. Wir hatten jede Menge Spaß beim Spielen und die Zeit bis Keelee wieder da war verging wie im Flug.
Dann bin ich schnell wieder nach Haus gefahren, denn Leslie und Dustin wollten mich um halb 6 abholen und mit zu sich nach Haus nehmen. Am nächsten Tag sollte es ja ab nach Athens gehen zu meinem ersten Footballspiel von den Georgia Bulldogs und da wir früh starten wollten, habe ich bei den beiden geschlafen. Eine weniger schöne Überraschung war dann, dass auf einmal Jonathan reinkam als ich bei Leslie und Dustin am Esstisch saß. Der war scheinbar auch mit von der Partie, was ich vorher nicht wusste… Naja, ich dachte mir, dass ich ihn einfach nicht beachte und trotzdem versuche meinen Spaß zu haben.
Wir haben dann zum Abendessen Tacos gemacht, tatsächlich waren das dann auch die ersten Tacos in meinem Leben. : ) Sie waren lecker, aber ich finde Tortillas dann doch besser. Danach waren wir zwar pappsatt, aber Dustin fing an von diversen Fastfood-Läden und deren Eis zu reden. Und Eis ist ja nun leider eine meiner absoluten Schwächen… Und als er nicht aufhörte und immer wieder meinte, dass wir zu Dairy Queen müssen weil es das DAS BESTE Eis gibt habe ich auch angefangen zu sagen dass ich Eis will. Und Jonathan dann auch. Und dann saßen wir da: Irgendwas zwischen 24 und 40 Jahre alt und am Nörgeln das wir Eis wollen. Irgendwann hat Leslie dann aufgegeben und hat uns zu dem 40 Minuten entfernten Dairy Queen gefahren und wir haben Eis gegessen. : D Arme Leslie. Aber es war echt lecker. Immerhin. ; )
Der Samstag begann mit einem komisch nervigen Geräusch mitten in der Nacht das nicht aufhören wollte. Und als ich schon anfangen wollte einfach irgendwelche Hundenamen zu brüllen damit die kleinen Nervtöter endlich ruhig sind, fiel mir ein, dass ich ja gar nicht zu Hause bin und dass das nervige Geräusch mein Wecker war. : ( Um 5 Uhr morgens. Samstags. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte Mal so früh aufgestanden bin, aber das ist definitiv über ein Vierteljahr her… Und das alles nur, weil Dustin meinte wenn wir nicht spätestens um 6:30 Uhr losfahren, dann haben wir Zeitnot. (2 Stunden Fahrt und das Spiel fängt um 3:30pm an… Jaaaa. : D) Also aus dem Bett gequält, ins Bad und danach ab in die Küche, wo Leslie schon bestens gelaunt Pancakes gemacht hat.
Um 7 sind wir dann tatsächlich gestartet (um 7 erst, weil Leslie noch die Glücksflaggen für’s Auto nähen musste, denn ohne die verlieren die Dawgs nämlich… LOL) und waren mit einem Zwischenstopp zum Einkaufen um 9:30 in Athens. Das ist die Stadt in der die University of Georgia ist und es ist wirklich „Dawg City“. Eine Stadt, die quasi eine einzige Fanmeile ist! Überall Stände mit Fanartikeln, Fanshops, Hotels, Restaurants und Bars mit entsprechenden Namen und überall Parkplätze zum Tailgating. Das Tailgating hatte ich ja schon einmal erwähnt als ich beim Baseball war, aber das war NICHTS im Vergleich zu dem was ich in Athens erlebt habe. Überall sind die Pick-ups auf die Parkplätze gefahren, Klappe der Ladefläche auf und dann: Stühle raus, Tisch raus, Grill raus, Cooler für die Getränke raus (schon am Abend vorher gefüllt, damit auch alles eiskalt ist), Cooler mit dem Fleisch raus, Teller raus, Besteck raus. Musik im Auto volle Möhre an (Countrysender, der auch alle Liveberichte vom Football bringt), Fenster runtergekurbelt und los geht’s! So wird dann einige Stunden gegrillt, sich mit anderen Fans unterhalten und manche haben sogar einen Fernseher dabei um auf dem Laufenden zu bleiben was die Vorbereitungen angeht. Total verrückt aber total lustig!
Um 13 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Stadion gemacht, denn dort findet immer der sogenannte „Dawg-Walk“ statt. Also der Gang der Spieler vom Bus zum Stadion begleitet von der riesigen Marschkapelle. Leider war es schon so voll, dass wir nichts mehr sehen konnten, also sind wir in den Bookstore gegangen, wo die Jungs wieder unendlich viel Fankram geshoppt haben und danach haben wir draußen gewartet, dass es Zeit wird ins Stadion zu gehen. Eine Stunde vor dem Spiel sind wir dann ins Stadion und haben unsere tollen Plätze eingenommen, von denen man wunderbar das ganze Spielfeld sehen konnte. Zum Glück war es wieder super warm und so hat es sogar Spaß gemacht in der Sonne zu warten.
Mit einem riesen Tam-Tam ging dann auch irgendwann das Spiel los. Es wurden die Nationalhymne, die Hymne der UGA und noch irgendein Kampfsong gespielt, die Cheerleader haben sich einen Wolf gehopst und dann sind die Georgia Bulldawgs und Ole Miss aufeinander getroffen…und die Dawgs haben so richtig schlecht gespielt… Ole Miss lag am Ende des ersten Viertels mit 7:0 vorne und es sah absolut nicht gut aus. Aber ab dem 2. Viertel hat sich das Blatt gewendet und die Dawgs haben einen Touchdown nach dem anderen gemacht. Die Menge hat getobt! Unvorstellbar: 100.000 Menschen haben geschrien und gejubelt was die Lungen hergeben, sind gesprungen und haben geklatscht. Das war überwältigend! Und am Ende haben die Dawgs 37:10 gewonnen. (Dank der Glücksflaggen am Auto natürlich!)
(Bryan, ich weiß, dass du meinen Blog mit Google translator übersetzt. Wehe du verpetzt mich, dass ich mich darüber lustig mache!!! : P)
Nach dem Spiel gegen so gegen 7:30 fand dann jede Menge Redneck-Zeug statt: Auf der Ladefläche des Pick-ups rumfahren, hupen ohne Ende und die Glocke von der Uni läuten. (wenn die Dawgs gewinnen, dann müssen die Freshman-Studenten die Glocke vom Glockenturm die ganze Nacht lang läuten, aber erst will jeder der 100.000 Fans auch mal. : ))
Lustige Anekdote: Erzfeind der Georgia Bulldogs sind die Florida Alligators (kurz: Gators). Und hier in den USA ist es Tradition, dass die Freunde von der Uni einem das Auto anmalen. (Abwaschbar in der Waschanlage, aber die meisten lassen es dran) Und da war ein Student der auf seinem Auto auf der Heckscheibe stehen hatte: „Honk if you’re a gator hater“ und der stand am Straßenrand und JEDER der vorbeigefahren ist, hat gehupt. Ich wüsste gern mal ob er sich überhaupt noch angesprochen fühlt wenn jemand hupt…
Wir sind dann noch kurz bei Wendy’s essen gegangen und dann sind wir nach einem langen, anstrengenden und tollen Tag nach Haus gefahren. (Mein Po hat den Sitz berührt und ich bin ins Koma gefallen)
Am Sonntag hieß es dann CHILLEN! Nein, ich muss mich verbessern. Am Sonntag hieß es dann erstmal ausschlafen und DANN chillen! Ich war total geschlaucht von der aufregenden Woche und habe den ganzen Tag im Gammel-Look entweder vor dem Fernsehen oder auf meinem Bett verbracht. Nicht mal zum Blog schreiben konnte ich mich aufraffen. : D Sorry!
Nächste Woche versuche ich meinen Eintrag mal früher zu machen… Bis dahin wünsche ich euch wieder eine tolle Woche und passt auf euch auf!
Eure Julia
- Sanford Stadium
- Tailgating
- Zoe und ich
- Brötchen! 🙂
- German Bakery
- Scrappy und ich
- Halloween-Tailgating 😀
- Die großen Kinder
- Scary skeletons
6 Responses to Lagebericht Nr. 12 (oder auch: Honk if you’re a gator hater)