Und schon ist die nächste Woche vorbei! Wie die Zeit verfliegt ist wirklich enorm! Der Montag war ein Tag mit viel Lernen und wenig Spaß. Nachdem ich schon um kurz nach 7 von Johanna wieder zu Haus war habe ich erstmal eine Runde geschlafen. Dann habe ich ca. 12 Stunden versucht mir Psychologie ins Hirn zu prügeln, aber irgendwie hatte ich das Gefühl ich kann mich nicht konzentrieren. Außerdem habe ich die wohl spannendste blaue Wand die es gibt in meinem Zimmer…ich konnte nicht aufhören sie anzustarren. UND mir vielen ca. 29.384 Dinge ein, die ich schon immer mal googlen wollte. Naja, alles in allem nicht sehr erfolgreich in Sachen Psychologie.
Montags hat Joann immer ihren sehr langen Tag und ist erst gegen 10 zu Hause. Ich habe so gegen 8 aufgehört „zu lernen“ und wollte mich bettfertig machen und dann noch etwas fernsehen. Also gehe ich nichtsahnend ins Badezimmer und da läuft sie: Meine erste Kakerlake IM Haus. OH. MEIN. GOTT. Ekelhaftes Mistvieh! Eigentlich habe ich aufgrund des Klimas hier schon früher damit gerechnet eine zu sehen, aber Joann versucht alles um sie draußen zu halten –mit Erfolg! Und ich habe mich in Sicherheit gewogen. Nun hatte sich aber doch ein Exemplar in mein Bad verirrt (Das rede ich mir einfach ein: EIN Exemplar hat sich VERIRRT…) und ich wollte es loswerden. Das Vieh rannte die Wand neben der Tür hoch und runter und ich rannte kreischend in die Küche um einen Plan zu schmieden. Ich wollte sie nicht mit nem Tuch zermatschen, das fand ich einfach zu ekelhaft, denn Kakerlaken sind echt groß und sehen sehr stabil aus. Ich schmiedete also den Plan sie in einem Glas zu fangen. Dann wollte ich ganz doll schütteln, damit sie bewusstlos wird und sie dann im Klo runterspülen. Mit dem Glas ging ich wieder ins Bad und (zum Glück?) saß sie noch an der Wand. Ich bin also langsam mit dem Glas über sie gegangen und habe es langsam abgesenkt. Das letzte Stück dann schnell. Und was macht das Miststück? Rennt in dem Moment los und ich halbiere sie. Maaaaan, ich hab noch nie so gekreischt. Und wer mich schonmal in einer Achterbahn erlebt hat, weiß was das heißen muss. Und damit nicht genug des Horrors: BEIDE KÖRPERTEILE RENNEN AUCH NOCH WEITER!!!!!!!! Naja kreischend und heulend (die Hunde sind schon wie die bekloppten vor dem Bad rumgewuselt weil ich so gequiekt hab) hab ich dann todesmutig beide Teile mit Klopapier eingefangen und im Klo runtergespült. Wuaaaah. Den Tag konnte ich also abhaken…
Am Dienstag war es dann soweit: Psychologie stand an. Ich habe morgens noch ein wenig gelernt und bin dann los zur Uni. Dort hatten wir wieder Besuch in unserer Theatre & Performance Class. Dieses Mal war das „Atlanta Percussion Trio“ dort. Das waren 3 Leute mit ca. 80 verschiedenen Instrumenten aus über 10 verschiedenen Ländern. Sie haben immer ein wenig was über die Instrumente erzählt und dann landestypische Musik gespielt. Total toll! Nach der Stunde ging es dann zur Klausur. Mal wieder hab ich den Drachen richtig eingeschätzt: Sie hat uns genau gesagt, welche Seiten im Buch und von ihren Präsentationen wir lernen sollten und genau die habe ich auch gelernt. Natürlich hat die blöde Nuss auch die Seiten dazwischen drangekommen! Ich habe es ja schon vermutet, aber noch mehr lernen ging halt nicht. Naja was ich gelernt habe konnte ich und das andere musste ich raten (Ergebnis -um es vorweg zu nehmen- sind 70/100 Punkten, also C… hmpf)
Meinen freien Mittwoch habe ich mit Hausaufgaben machen verbracht und zwischendurch war ich bei Walmart und habe ein wenig Schnickschnack gekauft. Unter anderem ein Fan T-Shirt der Georgia Bulldogs. So eins wollte ich unbedingt haben, wo doch die Footballsaison in vollem Gange ist! Abends um 7 kam dann Leslie und wir sind zu zweit in eine Disco namens „Electric Cowboy“ gefahren. Die ist ziemlich dicht an meinem Zuhause musste ich feststellen und das ist ein echt cooler Schuppen. Wir waren da, weil es mittwochs von 8-9 umsonst Linedance-Unterricht gibt und ich das unbedingt mal ausprobieren wollte. Wenn man schon in den Südstaaten ist, ne? Das hat so Spaß gemacht! Wir haben 3 verschiedene Songs geübt und Leslie und ich sind immer mehr schlecht als recht mitgekommen. Aber wir hatten mehr Spaß als alle anderen zusammen und haben uns vorgenommen, jetzt zumindest ein paar Mal im Monat hinzugehen, damit wir vielleicht auch mal so richtig ne flotte Sohle hinlegen können. Nachdem die Stunde zu Ende war hat der DJ verschiedene Countrysongs aufgelegt, wir haben uns mit einem Drink an den Rand der Tanzfläche verkrümelt und die ganzen Profis haben angefangen zu tanzen. Das sieht ja so cool aus! Und immer wenn ein Song anfing wussten alle gleich welcher Tanz zu tanzen war. Was ich auch klasse finde: Das Publikum ist super gemischt. Es waren von 18 bis 70 alle Altersgruppen und alle nur erdenklichen Menschentypen vertreten. Um 10 haben wir uns auf den Heimweg gemacht, denn am nächsten Tag war ja wieder Uni und Leslie musste arbeiten.
Der Donnerstag war wieder ein sehr unspektakulärer Tag. Uni war eher langweilig (Oh, ich hab meine Note für die Klausur in American Popular Culture bekommen: 94% also A) und abends/nachts habe ich in stundenlanger Kleinarbeit endlich alle Fotos seit New York hochgeladen… Also in die alten Posts nochmal reingucken lohnt sich! Ansonsten ist nichts passiert, also schnell weiter mit dem
Freitag! Endlich wieder frei, wie es sich für einen FREItag ja auch gehört. ; ) Ich habe morgens ein wenig was für die Uni gemacht und war anschließend kurz shoppen. Ich hatte noch einen $10-Gutschein für Kohl’s (da wo wir unsere weißen Sachen gekauft haben) und der war nur noch diese Woche gültig. Ich habe 2 Kleider, eine Hotpants und ein wunderschönes Top gekauft und insgesamt $30 bezahlt. Normalerweise hätte ich bei ca. $150 gelegen. Also ein super Deal. : ) Und ich hab mich in eine pinke Lederjacke verliebt. Die Meinungen stehen 4 zu 3 dass ich sie mir kaufen soll, aber ich muss noch ein wenig drüber nachdenken, ob ich mich auch traue sie anzuziehen. : D
Abends bin ich dann zum Campus gefahren. Um 8 war eine Vorstellung in unserem Theater die wir uns für eine Hausaufgabe ansehen mussten. Wir alles dachten es wäre ein Theaterstück. Aber es war ein Konzert in dem Stücke aus verschiedenen (unbekannten) Musicals gesungen wurden. Die „Hauptdarsteller“ waren ein Typ und ein Mädel, die zusammen Musicalmusik schreiben (er Musik, sie Lyrics) und eben ihre eigenen Lieder performt haben. Ein paar Lieder wurden von Masterstudenten der KSU gesungen. Wir haben echt Talente an unserer Uni!!! Manchmal blieb mir wirklich die Spucke weg, wie toll die gesungen haben! Um kurz nach 10 war das Konzert zu Ende und ich bin noch eine Runde durch die lauwarme Nacht über unseren Campus geschlendert. : )
Am Samstag war Herbstsanfang und der begann mit Shopping! Joann und ich waren Pfirsiche einkaufen, da wir am Sonntag Pfirsichmarmelade kochen wollten. Anschließend sind wir zu DSW gefahren, einem riesigen Schuhladen. Dort habe ich wunderbare Boots gefunden, die ich hier auch im Winter anziehen kann. Denn mein Schuhwerk besteht aktuell aus 7 Paar Flipflops und Sandalen, nachdem ich meine Ballarinas der Farbexplosion geopfert habe. Außerdem sind die Boots klasse für’s Linedancing, da dort die meisten Cowboystiefel anhaben und ich mir mit meinen Flipflops etwas doof vorkam. ; ) Und anstatt $90 nur $40, da kann man nichts sagen… Danach sind wir in einen Laden gefahren, der Depot sehr nahe kommt. Man war ich froh, dass meine Wohnung soooo weit weg ist, denn sonst hätte ich mich totgeshoppt!
Wieder zu Haus haben wir jeder ein bissl seinen eigenen Kram gemacht bis es losging zu unserem nächsten Ereignis: Ab zu den Eltern von Dustin (Leslies Ehemann) wo es erst ein riesiges Familienessen geben sollte und anschließendes Football gucken. Also schnell in mein neues „Georgia Bulldogs“ Fanshirt geschmissen und ab geht’s! Kaum angekommen wurden wir von Leslie, Dustin und seinem Vater genötigt „Cornhole“ zu spielen. Das geht wie folgt: Es werden 2 Bretten mit ca. 20 Fuß Entfernung genau gegenübereinander aufgestellt. Die Bretter sind ca. nen halben Meter breit und ca. einen Meter lang und haben eine Konstruktion unter sich, dass sie eine gewisse Steigung haben. Hinten (oben) ist ein Loch. Teams bestehen aus 2 Mitgliedern, an jedem Brett steht ein Teammitglied. Jedes Team bekommt 4 Säckchen mit Mais gefüllt. Ziel ist es, als erstes Team genau 21 Punkte zu haben. Punkte bekommt man wie folgt: Man wirft seine Säckchen zum Brett gegenüber. Bliebt ein Säckchen auf dem Brett liegen: 1 Punkt. Trifft man das Loch: 3 Punkte. Man kann die Säckchen vom Gegner runterkicken und deren Punkt dadurch löschen. Hört sich leichter an als es ist, da die Maissäckchen komisch fliegen und man neben seinem Brett stehen muss, also ein wenig seitendrall haben muss wenn man wirft um das gegenüberliegende Brett zu treffen. ABER es hat Spaß gemacht! Anschließend gab es einen riesen Topf Brunswick Stew (bestimmt 10 Gallons, also über 30 Liter), das ist ein typischer Südstaaten-Eintopf, der den ganzen Tag kochen muss. Und ein tolles BBQ. Die Männer haben morgens 2 riesen Stücke Schinken auf den Grill gehauen und den ganzen Tag gedünstet und geräuchert. Selten so gutes Fleisch gegessen! Vollgefuttert haben wir uns im Wohnzimmer auf Sofas und Sessel verteilt, ein paar Oreo Kekse in Footballform gegessen (die haben noch reingepasst) und den „Dawgs“ beim Gewinnen zugeguckt.
Oh ein Highlight an diesem Tag noch: Ich habe im Carport bei Dustins Eltern einen tollen 54er Ford 100 Pick-up gesehen -in knallrot! Auf meine Frage nach warum das Auto so verstaubt sei wurde mir erzählt, dass es frisch restauriert wurde, aber dass Dustins Bruder ihn nicht haben will. Und Dustin selbst hat schon einen Oldtimer. Jetzt steht das Schätzchen da seit 3 Jahren rum. Wo es doch eigentlich unter meinen Hintern gehört. ; ) Dustins Dad und ich haben uns lange unterhalten und er überlegt, den Pick-up nochmal aufzufrischen und dann mit mir in die Verhandlungen zu gehen. : D Man darf gespannt sein. (Er meinte: „Auf jeden Fall werde ich ihn auf der Weihnachtsparade in Catersville rausholen, einen riesen Tannenbaum auf die Ladefläche packen und mit einem Trecker ziehen. Und ich verspreche dir: Du darfst auf dem Fahrersitz sitzen und winken und Süßigkeiten werfen.“ Ich: „Wooow, dann bin ich ein echter Weihnachtsengel!?“ Er: „Nee, dann bist du ein echter Weihnachtsredneck.“ ; ))
Am Sonntag haben Joann und ich morgens bei wunderbarem Sonnenschein die Hunde ausgeführt. Dann haben wir angefangen die Pfirsiche zu pellen und zu schnippeln und alle Utensilien für’s Marmelade kochen zusammen zu suchen. Leslie kam gegen halb 11 dazu und es ging los: Gläser sterilisieren, Zucker abmessen, Zitronensaft dazu, Früchte pürieren, alles kochen, Jam-Maker dazu, abfüllen, verschließen und die nächste Runde. 3 Runden haben wir so gekocht und insgesamt 11 große und 7 kleine Gläser Jam gemacht. Und ich sag‘ es euch: Die ist sooo köstlich. Beste Marmelade ever! Wer herkommt darf sich dran sattessen. : )
Danach sind wir kurz Lebensmittel einkaufen gewesen und dann haben Joann und ich ein Nickerchen gemacht, denn wir waren irgendwie echt geschafft von der ganzen Aktion. Und hier sitze ich jetzt. Nickerchen ist vorbei, es ist 4:40 also in Deutschland schon 10:40 nachts. Die Sonne scheint in mein Fenster. Joann hat gesagt, dass werden die tollsten Tage im Jahr: Der Herbst. Jeden Tag Sonne und immer um die 25 bis 29 Grad, kaum schwül und in der Nacht um die 15 Grad kalt. So soll es bis Mitte November bleiben. Hört sich toll an. Ich bin gerade rundum glücklich. Viel wird heute sicherlich nicht mehr passieren… Vielleicht gucken Joann und ich noch einen Film und wir wollen zum Abendessen Pilze mit Meeresfrüchtefüllung essen. Sollte noch was passieren, erzähle ich es nächste Woche. Versprochen. Müsst ihr halt nochmal reingucken. ; )
Bussi auf Bauchi und eine tolle Woche wünscht euch
Julia
Ok, Nachtrag. Der MUSS einfach sein. Ich kann kaum aufhören zu lachen. Also ich schreibe es wird nichts mehr passieren und gehe in die Küche. Schieb die Pilze in den Ofen und gehe in den Garten, ein bissl die Hunde ärgern. Joann wollte noch einen Salat machen und schnippelt so vor sich hin. Ich höre dann irgendwann den Müllschlucker, aber irgendwie werden die Geräusche die er macht lauter und komischer. Neugierig wie ich bin wollte ich gucken was Joann da treibt, gehe rein und werde vom brüllenden Tosen des Müllschluckers empfangen. Irgendwann macht Joann ihn aus. Wasser läuft aus dem unteren Küchenschrank. Oh-oh. Scheinbar hat sich ein Pfirsichkern in den Müllschlucker verirrt und hat dann doch tatsächlich den Kolbenfresser gemacht. Einmal durch den Müllschlucker gekracht und alles an zerschnippeltem Salatresten und Wasser war im Küchenschrank verteilt. Wir haben uns totgelacht und alles sauber gemacht und was macht Joann? Schmeißt das Ding nochmal an mit laufendem Wasser! : D “Ich wollte mal gucken ob es jetzt geht” : D Jaaaa. Kann ja sein, dass das Loch zwischenzeitlich zugewachsen ist. Also nochmal alles geputzt. Ich kann nicht mehr…
Dann irgendwann essen wir und Joann fängt an zu lachen. Ich: “Was ist?” Sie: “Vorhin ruft meine Freundin an und wir telefonieren. Ich lag auf dem Sofa, Handy am Ohr. Sie erzählt mir irgendwas und das nächste an das ich mich erinnere, ist das ich aufwache und mein Handy immernoch am Ohr hab. Ich bin wohl eingeschlafen während sie gesprochen hat. Aber ich hab nicht zurückgerufen. Ich tu jetzt so als wäre mein Akku leer geworden.” : D Ich hab mir fast in die Hose gemacht vor lachen.
Das war’s jetzt aber. Ich liege im Bett. Es KANN einfach nichts mehr passieren. ; )
- Endprodukt: 100% Yummy
- This is where the magic happened
- My Love!
- Meine böse große Schwester
- BBQ
- Brunswick Stew
- Beim Linedance
- Electric Cowboy
- Go Dawgs!
8 Responses to Lagebericht Nr. 6 (oder auch: Südstaaten-Alltag)