Der erste Monat abroad


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Hey Leute;

endlich hab ich mal wieder Zeit gefunden euch auf dem Laufenden zu halten. Diesmal habe ich mehr als Zeit den ich schreibe diesen Eintrag aus dem Zug in Richtung Detroit um Judith zu besuchen, irgendwie kommen da Erinnerungen an die Fahrt von NYC nach Chicago hoch. Will euch aber nicht länger mit meinen Zuggeschichten langweilen und komme deshalb direkt zu einer kurzen Zusammenfassung der letzten Zeit.

Als ich heute Morgen auf den Kalender schaute wurde mir klar dass ich mich bereits genau vor einem Monat in Richtung Frankfurt gemacht habe um mein Jahr in den USA zu beginnen. Es ist wirklich etwas seltsam denn auf der einen Seite verging die Zeit wie im Fluge und auf der anderen kommt es mir vor als ich hier schon viel länger lebe. Ich glaube es liegt daran dass in den vergangenen Wochen einfach so viel passiert ist und ich mich hier bereits mega wohl fühle! Ein Grund für mein Wohlbefinden ist wohl das College und das liegt nicht nur daran dass ich nur Montags und Mittwochs College habe(Ist das nicht der Hammer!?)nein das liegt daran dass ich einfach gerne dort hingehe. Der Campus ist nicht nur riesig sondern auch richtig modern und schön sodass man dort gerne seine Zeit verbringt um mit anderen zu quatschen oder einfach nur abzuhängen. Durch viele Gruppenarbeiten im Unterricht lernt man schnell Leute kennen und  als „Europäer“ fällt man hier eh  auf und muss den ganzen Tag die gleichen Fragen beantworten: „Wo kommst du genau her?Was machst du hier? Spielst du Soccer?“ …ebenso erzählt mir jeder zweite dass er deutsche Verwandtschaft hat oder schon mal in Deutschland war. Überhaupt ist es auffällig wie viele hier deutsche Nachnamen haben aber kein Wort Deutsch können. Ebenso sind Claudi (andere Teilnehmerin des PPP am gleichen College) und ich dem „International Students Club“  beigetreten und haben Leute aus der ganzen Welt kennengelernt wobei die Mehrzahl aus dem asiatischen Raum kommt. Der Unterricht hier ist eigentlich nicht sonderlich schwer aber es gibt immer eine Menge für zuhause zu tun und man hat in fast jeder Stunde Tests und sonstige Bewertungen, daher bin ich über meine freien Tage in der Woche mehr als glücklich.

Die erste richtige Challenge hier war abgesehen von der Beantragung der Social-Security-Number (vergleichbar mit der Sozialversicherungsnummer) der Autokauf hier in den USA. Aber zuerst zu der SSN: Claudi und ich sind also zusammen, mit allen Papieren die wir in New York bekamen, zu der zuständigen Behörde gegangen und alles lief wie geschmiert, Nummer gezogen, Bogen ausgefüllt und gewartet. Dann kam meine Nummer und ich bin (zum Glückt mit meiner Gast-Mum) zu dem Schalter des mir zugeordneten Officers gegangen. Dann ging es relativ schnell, er schaute sich die Papiere an, schaute mich an und sagte frei übersetzt: Nö, vergiss es!… Nach ein paar hoffnungslosen Versuchen ihm die Situation zu erklären verließen wir also wieder frustriert das Büro. Grinsend und mit Ihrer Bestätigung über den Erhalt der SSN winkend stand Claudi plötzlich da. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und bin zurück zu dem Officer von Claudi und habe auf meine SSN bestanden.  Dieser war dann etwas verunsichert und so kam dazu, dass die halbe Belegschaft des Büros sich meinem Fall angenommen hat und ich nach einer Ewigkeit doch mit der Bestätigung und einem fetten Grinsen das Büro verlassen konnte. Erste Challenge: Check!

Die zweite und noch viel schwierigere Challenge war die Suche nach einem fahrbaren Untersatz.

Nach ein paar Besichtigungen von Autos die am Straßenrand, mit einem „SALE“ –Schild,  war ich etwas frustriert denn all diese Autos waren viel zu teuer für deren Zustand ( Der TÜV in Deutschland hätte diese Autos nicht mal auf den Hof fahren lassen).

Also machte ich mich Online auf die Suche nach Autohändlern in der Nähe und davon gab es eine ganze Menge. Mein Host-Dad begleitete mich auf den Gebrauchtwagenmarathon und der war mehr als Aufschlussreich. Autohändler haben hier in den Staaten nicht gerade den Besten ruf und ich weiß jetzt auch warum. So stellte sich teilweise raus dass die Meilenangabe im Internet einfach mal um die Hälfte reduziert wurde; bei dem einen Auto die Fahrertüre nicht schließt usw…Bei dem letzten Händler war es dann soweit und ich habe endlich ein Auto gefunden dessen Karosserie nicht nur aus Rost bestand und einen echt guten Eindruck machte. Nach einer Probefahrt und meinem ersten Verhandlungsgespräch auf Englisch war es dann soweit und ich habe mir ein  Auto in den Staaten gekauft! Ein Führerschein muss ich hier in Illinois nicht machen, ich musste lediglich ein Schreiben vom deutschen Konsulat in Chicago holen und mit dem bekomm ich dann einen Führerschein, easy oder?:)..Das erste mal alleine hier auf den Straßen war schon ein cooles Gefühl und ich habe mich direkt 1,5 Stunden verfahren!Die Euphorie verflog aber schnell wieder als ich nur nach einer Woche ein Haufen Geld beim Mechaniker liegen lassen musste  da mein Rückwärtsgang nicht mehr reinging. Aber jetzt fährt meine „Lady“ prächtig und ich freu mich mit ihr die Straßen in den USA unsicher zu machen.

Und ja ich habe mich bereits verlieb!!…In wen? In diese eine namens CHICAGO! Ich liebe diese Stadt! Da ich mit dem Zug nur ca. 45 Minuten von Downtown Chicago lebe bin ich schon zig mal dort gewesen aber jedes Mal gibt es wieder was Neues zu entdecken. Die Stadt hat einfach alles: Riesige, atemberaubende Wolkenkratzer; wunderschöne Strände; einen tollen Park und einfach einen ganz besonderes Flair. Ich muss zugeben dass ich New York schon cool fand, aber Chicago ist der Brüller! Ich habe bereits von mehreren gehört dass Chicago ein sauberes New York ist, und so ist es auch!

Es gab kaum ein Wochenende an dem ich nicht in Downtown war um diese Stadt zu genießen. Manchmal muss ich mich selber zurückhalten nicht alles auf einmal zu machen da ich des Öfteren vergesse dass ich nun hier lebe und nicht nur ein Tourist bin.

Ansonsten habe ich in den letzten Wochen tolle Trips mit meinen Hosts unternommen, so hatten wir zum Beispiel einen tollen Tag in Milwaukee und haben auch schon das ziemlich coole “Museum of Industry and Science“ in Chicago besucht (JA es gibt auch coole Museen).

Judith und ihr Bruder Manuel haben mich bereits auch schon für ein Wochenende besucht und wir hatten eine tolle Zeit in Chicago inklusive Bootstour, Shoppingtour, Strandtag, Sightseeing usw..(komplette Touri-Programm eben).

Das Nachtleben hier in Palatine ist überraschender Weise auch nicht schlecht!Hier gibt es viele Bars und einen Club in dem man so die ein oder andere Nacht verbringen kann (Wenn man über 21 ist)…Und  ich habe auch schon bereits Karten für mein erstes Rockfestival hier in Chicago, ich bin mal mehr als gespannt was mich dort erwartet. Reisetechnisch ist nach meinem jetzigen Trip nach Detroit, ein Roadtrip zu den Niagara-Fällen und Toronto (Kanada) in Planung.

So jetzt bin ich dann auch bald in Detroit und mein Akku gibt langsam den Geist auf.Es gibt noch so viele Sachen über die ich euch berichten könnte aber es fehlt einfach die Zeit und ich bin ehrlich gesagt ziemlich Schreibfaul…Aber wie ihr seht geht es mir hier mehr als gut und ich genieße wirklich jeden Tag!

Ihr hört bald wieder von mir!

Euer Manu (oder wie ich hier genannt werde „Manyou“)

PS: Checkt auch meine kleine Auswahl an Bildern;)

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