Die Zeit fliegt…

Oh man wie schnell die Zeit hier vergeht, ich mache einmal kurz die Augen auf und wieder zu und schon ist wieder eine Woche rum…

Ich muss ja jetzt erst mal von unserem Kanadatrip berichten. Pleiten Pech und Pannen ist gar kein Ausdruck. Ich fang mal so an, eigentlich wollten wir uns am besagten Donnerstag um 18uhr auf den Weg ins weite Kanada machen, genauer gesagt nach Toronto und zu den Niagara Fällen. Tatsächlich sind wir dann auch schon gegen halb 9 mal aus unserm kleine Palatine losgefahren. Grund unserer Verzögerung: das erste kaputte Auto dieses Trips. Sage und schreibe 5 Stunden später das nächste Problem. In Charlotte, Michigan hatte auch unser Partymobil einen kleinen Schaden. Es herrschte jedoch nun ein erhöhter Schwierigkeitsgrad: 2 Uhr morgens, Highwayauffahrt, mitten in Michigan.

Wir hatten „Glück“ und konnten dann unsere erste Roadtripnacht vor einem Carservice verbringen, der am nächsten morgen das Autochen wieder fit machen konnte.

Ich muss sagen, wir sind doch eher verplant an diesen Trip herangegangen und haben auch nicht wirklich darüber nachgedacht, dass Kanada ja doch ein „anderes“ Land ist und dementsprechend es ne andere Währung gibt und unsere Handys im kanadischen Netz streiken.

Blöd war nur (wir waren mit 2 Autos unterwegs), dass wir uns nach der kanadischen Grenze treffen wollten und nochmal absprechen, wo wir genau in Toronto bleiben wollen… hatte ich erwähnt, dass die Handys nicht mehr funktionieren? Smarterweise haben wir vorher schon mal ein bisschen über ein Hostel nachgedacht und das wurde nun zum einzigen Anhaltspunkt sich wieder zu treffen.

Im Endeffekt haben wir uns alle nach Stunden des Wartens wiedergefunden und 2 tolle Nächte in nem Zimmer zu 8 verbracht. Hatten sogar eine kleine Küche und Garten „hust“. Ich versprech, ich stell das Bild rein J

Niagarafälle von der kanadischen Seite bestaunen und sich ganz schön nass auf der Maid of the Mist machen war am Samstag unser Programm. Abends dann nach Toronto Downtown ein bisschen Eindrücke von der Stadt bekomm. Wie schon das Motto dieses Eintrags hatten wir eines leider nicht und das war genug ZEIT.

Es war ein unglaublich schöner Roadtrip vor allem auch bei den tollen Farben, die der Herbst so in Kanada und Michigan mitsichbringt. Hauptsache war, dass wir immer über alles lachen konnten und ein Roadtrip ohne Pannen wäre ja auch langweilig … ach den Strafzettel hab ich ja noch nicht erwähnt, oh die Liste ist lang…:)

Seit diesem Trip sind auch schon wieder 2 Wochen vergangen. Der Manu und ich sind jetzt auch Mitglieder im Germanclub von unserm College und da haben wir wirklich nette Leute getroffen. Die waren gleich mal so nett und haben uns auf ne Hausparty eingeladen. Mit Bowle, Kokosnuss und Trinkrucksack hieß es dann American Pie und ich untertreibe noch…. sagen wir mal es war feucht fröhlich und wir waren erst am nächsten Morgen um 12 wieder Zuhause J

Ich war außerdem bei meinem ersten Hockeygame. Mein Gastbruder Chris hat gegen ein anderes Chicagoteam gespielt, es war sehr kalt und hat geknallt (oh bin ich mal wieder kreativ…) Sein Team hat verloren, aber es war spannend bis zur letzten Minute und schon mal mehr mein Fall als Baseball.

Ich bin grad fleißig auf Jobsuche und in meinem College war jetzt gerade Mid-Term, die Hälfte ist schon wieder rum. Dementsprechend hatte ich jetzt auch Examen. Mit meinen Kleinen läuft es auch gut, ist schon lustig in der ersten Woche waren wir noch zu dritt, in der nächsten Woche nur noch zu zweit und mittlerweile pass ich manchmal allein auf alle auf: Aufstieg in der Verantwortungsleiter und Teacher Ms. Claudi ist mein Titel.

Septemberupdate

Ja ich lebe noch, ich weiß ich behandle meine Blog ein bisschen stiefmütterlich, aber ich heb das lieber für die kalten Monate auf…

Die unglaublich wichtigste Sache dieses Monats war mein Autokauf. Ich bin stolzer Besitzer eines roten Mazda Protege und hoffe, dass er mich über das Jahr hinweg gut von A nach B bringt, allerdings muss ich dazu auch wissen wo mein B ist und geschweige denn auch wieder zum A zurückfinden. Das ist nämlich eine meiner grad größten Herausforderungen hier, mich zu orientieren und mir Wege zu merken, aber mit jedem Tag wirds besser, hoff ich zumindest 😀

Mein College hat mich auch ganz schön im Griff, für Politics und meine Speechclass ist immer reichlich zu tun und sowieso muss ich gefühlt jeden Tag um die 50 Seiten lesen, mach ich natürlich auch immer 🙂

Highlights bis jetzt waren mehrere Ausflüge nach Chicago, u.a. zum Industry und Science Museum, Radtour an der Waterfront entlang durch den Zoo mit meiner Gastmom Cindy, *ich erwähne, ich habe uns nach Chicago gefahren mit meinem EIGENEN Auto (hab mir ja noch nicht mal in Deutschland ein Auto kaufen müssen, bin da irgendwie ein bisschen stolz drauf, dass das alles geklappt hat )und den Fahrrädern hinten drauf und auch alles glatt gegangen im chicagoschen Verkehrsystem.

Dann einen wunderschönen Touritag verbracht mit Bootstour und Sears Towerbesichtigung und eine echte Deep Dish Chicagopizza hat auch in meinem Magen ihren Platz gefunden.

Shopping und Bummeln in Milwaukee und Mädelsweekend in Port Washington und der intensivste Regenbogen, den ich je gesehen habe…

Der Monat steht im Motto des Autos, so dürfte auch Kart fahren nicht fehlen, war eine Überraschung von nem Freund aus dem College und hab mich auch gar nicht mal so schlecht geschlagen.

Gefühlt jede Woche kann man auch das Banner Oktoberfest in sonstiwo lesen, so auch in unserm Palatine, ja was soll ich sagen, klein aber fein und deutsches Bier ist halt auch richtiges Bier und nicht irgendson Wässerchen, was vielleicht mal neben einem Bier gestanden hat, genannt Budweiser.

Riotfestival vom 14.09.-15.09 in Chicago Humboldtpark, ist nicht die freundlichstes Gegend und das hat man auch irgendwie gemerkt, aber das Festival war super gut, strahlende Sonne und ölige Körper…, naja nicht wirklich aber die Atmosphäre war super. Sonntagnacht nach dem Festival dann ganz mutig bis zur Trainstation gelaufen und mal ebenso mutig, in einem der kriminellsten Viertel Chicagos, eine kleine Burritoparkbankbar eröffnet, sprich wir sind alle davon ausgegangen, dass in unserer weißen Plastebox vollständige Burritos drin sind. Tatsächlich war es eher Ü-Ei-Stil, alles musste noch zusammengebastelt werden, ja und da haben wir uns mal schnell ne Parkbank gesucht, nachts um kurz vor 12, im Dunkeln…, hatte ich erwähnt, dass Chicago die kriminellste Stadt der USA ist, naja ich schreib ja grad wieder Blog und dementsprechend gehts mir ja auch gut 😀

Auch Volleyball geht voran, ich war zum ersten Mal bei einem Spiel des Collegeteams und da kribbelt es schon in den Fingern und der Wunsch nach einem Ball in der Hand ist groß. Gesagt getan, morgen hab ich mein erstes Training mit dem Collegeteam, freu mich. Der Trainer war super interessiert und ist auch schon sehr gespannt.

Ich habe auch mit meinem Volunteerservice begonnen. Den mache ich im YMCA, das ist so eine Art Sport- und Begnungszentrum und oft auch mit nem Motel oder Hotel kombiniert. Dort brabbeln mir 11 süße 2-3jährige was in ihrem Englisch und ich dann in meinem, aber wir verstehen uns:D Ich bin also als Helfer im Child Care Center eingeteilt und mal gucken, was sonst noch so für Aufgaben auf mich warten, wie ihr also seht, bin ich schon sehr aktiv und vielleicht gelingt es mir diese Energie auch in den Blog zu transferieren, ich geb mein Bestes!

Kommen wir zu einem wirklichen Highlight (ich weiß es gibt viele, aber ihr kennt mich ja, ich kann nun mal nicht ruhig sitzen bleiben) Am Samstag war der President‘s Ball vom Harper College und ich hatte das Glück, durch meine Gastmom Cindy als Volunteer mitzuwirken. Es lief super, wir haben viele Spenden für Stipendien für zukünftige Schüler sammeln können und der ganze Abend war ein Erfolg.

Jetzt komm ich gerade von meinem ersten Baseballspiel wieder, Chicago Cubs vs. St. Louis Cardinals. Die Cubs haben leider verloren und ich weiß, das Baseball nicht mein nächster Sport wird, aber es geht sowieso mehr um die ganze Atmosphäre und die hat gepasst.

Mal gucken, was die nächste Woche so mit sich bringt… bis dahin, eure Claudi 😉

… dort wo niemand ihren Namen (k)nennt.

Eine unglaubliche Stadt, am 23.08. haben wir zum ersten Mal Chicago Downtown erkundet. Nach gemütlichen 40min Metrabahnfahrt aus meinem Vorort und 10 Blocks Fußmarsch haben wir den Millinium Park erreicht. Ein bisschen Desorientierung gepaart mit Sucherglück haben uns dann schließlich zur “Bean” geführt. Im Millenium Park finden regelmäßig umsonst Konzerte statt und wir haben die riesige Bühne auch ein Weilchen auf uns wirken lassen müssen. Der Navy Pier und Oak Beach standen dann auch noch auch noch auf unserem Programm. Achso ich sprech immer von “wir”, da ich mit dem Manu unterwegs war, der ebenfalls am gleichen Austauschprogramm teilnimmt und mit mir gemeinsam aufs William Rainey Harper College geht.

Ich freu mich so in dem Jahr diese Stadt zu erkunden und kennenzulernen. Ganz nach dem Motto “Chica go” hihi …. ja ich weiß, der war schlecht 😀

Fish Creek, Door County, Wisconsin

Und da war er auch schon, mein erster Urlaub mit meiner Hostfamily und es ging rauf in den Norden, ins kleine aber feine Fish Creek, an der Green Bay gelegen, aber vom Lake Michigan umzingelt. Ferienhäuschen und Pool dürften natürlich nicht fehlen. Nach Brauerei und Schnapsbrennereibesichtigung …hicks, war auch mal ein bisschen shoppen angesagt. Neben zahlreichen kleinen Läden und vielen Galerien gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang zu bewundern.

Premiere an dem Tag: Ich war zum ersten Mal im Autokino 😀 sehr kultig und kuschelig haben wir dann Batman geguckt und den Abend zu 5t in nem Toyota verbracht. Ne kleine Radtour und ca. 200 Feed höher auf nem kleinen Aussichtsturm, konnte man den Blick über die Halbinsel schweifen lassen und neben vielen Hügeln und Jetskifahrern auch den Lake Michigan sehen. Auf dem Weg zurück in unser Wochenendlakehaus musste ich auch mal in den Jacuzzi hüpfen, oh ja so ein Ding auf nem Dach in Berlin, wär schon ne Überlegung wert… alles in allem ein toller interessanter Trip mit vielen neuen Eindrücken.

18 Stunden später

Eigentlich wohne ich in Mount Prospect, das habe ich allerdings erst jetzt mal ein bisschen sehen können… Der Grund: meine tolle offene und aktive Gastfamily hat mich nach meiner 18 Stunden Schockfrostamtraktour abgeholt und gleich zu ihrem Ferienhaus nach Wisconsin gebracht. Echt ein super schönes Haus, mit Blick auf den Lake Michigan (in welchem ich dann auch gleich planschen war) Das Haus hat auch gleich nen ganz netten Jacuzzi neben der Terrasse. Die Zimmer’s sind Cindy und Dieter und meine Gastbrüder Cody und Chris. Dieter ist in Deutschland geboren, aber schon mit 1 Jahr mit seiner Familie in die USA ausgewandert und spricht auch kaum noch Deutsch. Ich bin das “Replacement” für Cody, der nächste Woche nach Arizona umzieht und dort auf die Uni geht. Wir sehen uns schon ein bisschen ähnlich und wenn wir unterwegs sind, halten uns viele für wirkliche Geschwister.

Am Sonntag hieß es dann Air and Water Show in Milwaukee, da wo viele Flugzeuge gleichzeitig viele Loopings machen und alle hoffen, dass sie nicht in die Menschenmassen stürzen und wo das amerikanische Militär auch mal alles der Zivilbevölkerung präsentieren kann, was so richtig laut ist und gefährlich aussieht: rundum son richtiges amerikanisches Event.

Sonntagnacht hab ich dann zum ersten Mal mein Chicagozuhause gesehen und es gab eine Welcome-Claudi und Say-Goodbye-to-Cody-Party.

Seit gestern bin ich offizieller Harper College Student mit registrierten und bestätigten Kursen (puh kleiner Akt) und schon sehr gespannt, wenn nächste Woche der offizielle Start ist. Bis dahin bin ich ab Morgen erstmal im Urlaub mit meiner Hostfamily und freu mich auf die schönen Tage.

Ach das wichtigste hab ich vergessen, ich habe nur Montag, Dienstag und Mittwoch College, oh das wird eine sehr schwierige Umstellung 🙂

Die ersten Tage in New York

Das Abenteuer beginnt… Die erste Tage waren so aufregend und unglaublich vollgepackt, mir kommt es bereits vor als hätte ich schon mehrere Wochen hier verbracht 🙂 nach dem Einchecken im John F. Kennedy Airport ging es mit dem Bus zum YMCA, einem übergroßen 8-stöckigen Hostel in New York Midtown East.

Nach dem Motto Rucksack rein, Zimmer voll, haben wir dieses auch schnell wieder verlassen und uns auf den Weg und die Stadt gemacht. Eins kann man schon jetzt sagen, die New Yorker mögen keine stehenden Menschenansammlungen (wir waren ne Gruppe von 75 Leuten!), alles muss immer in Bewegung sein und noch viel weniger werden sitzende Menschenansammlungen gemocht. Nach klassischer Touritour zum Times Square, an welchem übrigens jedes Gebäude zu 75% mit Werbung bedeckt sein muss, ging es rauf zum Top of the Rock auf das Dach des Rockefeller Centers um sich erstmal einen Überblick über die Stadt zu verschaffen und es war einfach nur unglaublich. In dieser Stadt muss man sich eigentlich immer nach hinten lehnen um den Himmel zu sehen, es gibt so viele Hochhäuser und ich meine wirkliche Hochhäuser…

Ein Sonnenuntergang und die erstaunliche Lichterkulisse New Yorks bei Nacht (es werden sogar Straßenschilder beleuchtet) verlängerten den Aufenthalt auf dem Rockefeller um ein zwei Stunden. Man bemerke am frühen Morgen waren wir noch in Frankfurt a. Main und es braucht wahrscheinlich echt noch ein bisschen Zeit bis ich realisiere, dass ich jetzt wirklich hier bin und mein Amerikaabenteuer begonnen hat.

Am Mittwoch wurde die ganze Sache schon offizieller, es ging zum German House. Themen wie Social Security Number, Autokauf, Versicherungen und Jobtraining begleiteten uns den ganzen Tag. Am Abend lies uns eine Doppeldeckerbustour ein bisschen in das Feeling des Big Apple eintauchen.

Am nächsten Morgen hatten wir die Möglichkeit im German House zu frühstücken mit einem super Blick über den East Side River bis hin nach Brooklyn.

Nach dem offiziellen Kram hieß es auf zur Staten Island Ferry an der Freiheitstaue vorbei. Staten Island ist ein Stadtteil New Yorks, der mit ner kostenlosen Fähre zu erreichen ist und die gut als Alternative zu den Touristenbooten genutzt werden kann. Weiter zum Finacial District, kurz mal dem Stier in die “Augen” geschaut, an der Börse vorbei….

Am Ground Zero angelangt, lag schon ein gewisse bedrückende Stimmung in der Luft, vorbei an der populären Feuerwache und der kleinen Kirche, in welche sich damals viele Leute gerettet hatten, haben wir uns entschieden doch richtig zum Memorial reinzugehen. Drinnen 2 große Wasserbecken und viele viele Bäume. In den Becken befinden sich die größten von Menschen geschaffenen Wasserfälle Nordamerikas.  Ja schon komisch da zu stehen, aber das ganze ist auch immer noch ein großes Bauprojekt, auch der nebenstehende Freedomtower ist noch lang nicht fertig, er wird das höchste Gebäude der USA werden.

Den Abend haben wir mal wieder “on the rock” verbracht, allerdings nun wirklich auf einem riesigen warmen Fels im Central Park und da konnten wir zum ersten Mal realisieren, dass wir wirklich in New York sind.

Nun hieß es auf zum Platzierungsort, nur noch 18 Stunden Zugfahrt lagen zwischen mir und meiner neuen Heimat Mount Prospect, einem Vorort Chicagos.